Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.03.2004

08:10 Uhr

Preiswertes Laser-Mess-System kommt in Minen, aber auch in der Halbleiter- und Chemie-Branche zum Einsatz

Dresdner Sensor optimiert Goldausbeute

VonStefan Schroeter

Messtechnik aus Dresden soll in einer südafrikanischen Goldmine für eine höhere Ausbeute sorgen. Das Johannesburger Unternehmen Associated Technology modernisiert den Produktionsprozess einer Mine und will dabei ein Lasersystem der GWT Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer der TU Dresden einsetzen.

DRESDEN. Mit diesem System lässt sich die Größe von Gold- und Gesteinspartikeln im laufenden Produktionsprozess beliebig oft erfassen und an den Zentralrechner melden. Der Rechner stellt dann automatisch das Mahlwerk ein, in dem das goldhaltige Gestein zerkleinert und später mit Wasser versetzt wird.

Aus dem Schlammwasser lässt sich das Edelmetall am besten gewinnen, wenn die Partikel etwas kleiner als ein zehntel Millimeter sind. Sind die Partikel zu groß, bleibt ein Teil des Goldes am Gestein haften. Bei zu fein gemahlenen Partikeln ist das Gold zwar auch vollständig gewinnbar, aber dann braucht das Mahlwerk unnötig viel Energie und verschleißt schneller.

Bisher nehmen Techniker noch per Hand regelmäßig Proben aus der hochwertigen Brühe, vermessen ihre winzigen Bestandteile im Labor und stellen danach das Mahlwerk so gut wie möglich ein. Künftig soll dieser Prozess permanent und zuverlässiger ablaufen. Dazu baut Associated Technology derzeit einen Regelkreis auf, in dem das Aello-System der GWT die zentrale Rolle spielt: Lasersensoren messen die Goldschlamm-Partikel gleich im Transportrohr aus und schicken die Mess-Informationen sofort an den Rechner, der das Mahlwerk überwacht. „Damit gibt es keine Verzögerung mehr zwischen Messen und Einstellen“, sagt GWT-Abteilungsleiter Frank Hinze. „Und wir schließen menschliche Fehler aus.“

Für die rauen Bedingungen in der Goldmine mussten die Dresdner ihre Technik erst anpassen. Denn der Goldschlamm ist so dickflüssig, dass der Laserstrahl des optischen Sensorsystems ihn nicht durchdringen kann. Deshalb wird das Gemisch zunächst in einer speziellen Zusatzeinheit verdünnt, bevor es den Sensor passiert. Damit das System auch in der schlammigen Umgebung mehrere Wochen lang ohne Wartung auskommt, kann es sich außerdem selbst reinigen und auf Genauigkeit prüfen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×