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25.05.2012

21:48 Uhr

Privater Flug zur ISS

Weltpremiere der Raumfahrtgeschichte

Eine Premiere leitet einen Strukturwandel in der Raumfahrt ein: Erstmals ist eine private Raumkapsel an der Raumstation ISS angedockt. Jetzt sind die Astronauten an Bord der ISS gefragt - sie müssen die Fracht ausladen.

Erster privater Raumtransporter erreicht ISS

Video: Erster privater Raumtransporter erreicht ISS

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WashingtonDer „Drache“ ist gefangen: Erstmals in der Geschichte hat am Freitag ein privater Transporter an die Internationale Raumstation ISS angedockt. Zwei Astronauten an Bord der ISS war es zuvor gelungen, die anfliegende Kapsel „Dragon“ mit einem Roboterarm der Station zu packen.

„Das Einfangen ist erledigt“, jubelte die Sprecherin des US-Unternehmens SpaceX, das die Kapsel gebaut hat, in einer E-Mail. Zwei Stunden später, um kurz nach 18 Uhr MESZ, war das historische Andockmanöver vollendet und „Dragon“ (übersetzt: Drache) fest am ISS-Modul „Harmony“ geparkt.

„Mir fehlen die Worte, um das Hochgefühl und die Erleichterung zu beschreiben, die wir alle hier bei SpaceX empfinden“, sagte Firmenchef Elon Musk wenig später im Hauptquartier des Unternehmens im kalifornischen Hawthorne. Jetzt seien hoffentlich Zweifel daran ausgeräumt, dass die private Industrie Aufgaben übernehme könne, die bisher nur staatliche Raumfahrtbehörden ausgeführt hätten.

Mike Suffredini, ISS-Programm-Manager der Nasa, stufte das erfolgreiche Andocken auf einer Pressekonferenz als ein „Spitzenereignis“ in der Raumfahrtgeschichte ein. Klappt weiter alles gut bei dieser Test-Mission, soll SpaceX im Auftrag der US-Behörde mit einer Serie von zwölf Gütertransport-Flügen zur Raumstation beginnen. Dafür hat die Nasa mit dem Unternehmen einen 1,6 Milliarden Dollar (1,25 Milliarden Euro) schweren Vertrag abgeschlossen.

Die US-Behörde hatte im Sommer vergangenen Jahres ihre eigene Shuttle-Flotte eingemottet und war seitdem bei Reisen zur ISS ganz auf die russischen Sojus-Kapseln angewiesen. Bei der Beförderung von Astronauten wird das auch auf längere Sicht noch so bleiben. SpaceX will zwar seine Kapsel so weiterentwickeln, dass sie auch Menschen transportieren kann. Aber bis dahin dürften noch Jahre vergehen.

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Kommentare (2)

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B.Giertz

26.05.2012, 11:27 Uhr

Und warum soll das jetzt ein privater Raumflug gewesen sein ?
Der Auftraggeber ist doch wohl die NASA !

Das Wort "privat" scheint auf (Wirtschafts)Journalisten eine merkwürdige Magie auszuüben, die so stark ist, dass man es immer wieder benutzen muss, auch wenn es tptal fehl am Platz ist ...

Account gelöscht!

26.05.2012, 21:35 Uhr

Also wäre eine Firma die Autoteile baut und an einen Autohersteller liefert, folglich im Besitz des Autoherstellers und nicht in privater Hand...?

Also wäre ein Cateringservice, der eine Dienstleistung im Auftrag einer Person/Organisation erbringt, nicht länger privat sondern im Besitz des Auftraggebers?

Nette Logik...
Die NASA hat einen Vertrag geschlossen über mehrere Versorgungsflüge. => Richtig!
Heißt im Endeffekt sie hat eine Dienstleistung (Transport) bei einer externen Firma bestellt...

Nichts desto trotz wurde der Raumtransporter von einem Privatunternehmen entwickelt, gebaut und eingesetzt...
(Inwiefern die NASA da gesponsored hat ist auch irrelevant, da es trotz allem ein privates Unternehmen ist)

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