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20.11.2013

13:54 Uhr

Problemzonen in Afrika

Aids-Bekämpfer wollen gezielter gegen HIV vorgehen

Seit Jahren melden die UN Erfolge gegen Aids. Doch in manchen Regionen wütet das tödliche HI-Virus fast ungehindert weiter. Aids-Bekämpfer befürworten eine Konzentration auf Problemgebiete.

Eine Aids-Schleife: Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt deutlich früher mit der Behandlung von HIV-Patienten zu beginnen. Damit könnten bis 2025 drei Millionen Todesfälle und 3,5 Millionen Ansteckungen verhindert werden. dpa

Eine Aids-Schleife: Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt deutlich früher mit der Behandlung von HIV-Patienten zu beginnen. Damit könnten bis 2025 drei Millionen Todesfälle und 3,5 Millionen Ansteckungen verhindert werden.

GenfIm Kampf gegen Aids sind nach Überzeugung von UN-Experten deutlich mehr Anstrengungen in einigen stark betroffenen Regionen erforderlich. Das gelte vor allem für Teile Afrikas. Lokale Daten zu HIV-Infektionen und zur medizinischen Versorgung müssten zielgerichteter erhoben und für entsprechende Hilfsaktionen ausgewertet werden, forderte der Direktor des UN-Programms zur Aids-Bekämpfung (UNAIDS), Michel Sidibé, am Mittwoch in Genf.

Anders ließe sich nach Ansicht der Experten das UN-Ziel kaum erreichen, die Zahl der mit antiretroviralen Medikamenten behandelten HIV-Infizierten von derzeit knapp 10 Millionen bis 2015 auf 15 Millionen zu erhöhen. Fortschritte bei der Eindämmung des HI-Virus und der dadurch verursachten Immunschwächekrankheit Aids seien „ungleich verteilt und in manchen Orten viel zu langsam“, heißt es in einem Bericht der Organisation zum Welt-Aids-Tag (1. Dezember). Für Aids-Bekämpfer könne daher „das Mantra von Immobilienmaklern – "Location, Location, Location" – der Schlüssel zu einem deutlich verbesserten Vorgehen gegen HIV“ sein.

Medizin: Neue Hoffnung im Kampf gegen Aids

Medizin

Neue Hoffnung im Kampf gegen Aids

Zwei aktuelle Studien zeigen einen möglichen neuen Ansatz im Kampf gegen HIV und Aids. Im Mittelpunkt stehen Antikörper aus dem Labor. Die Ergebnisse von Tier-Experimenten sind ermutigend.

Trotz globaler Erfolge ist der Mangel an gezielten Programmen laut UNAIDS besonders gravierend in weiten Teilen Afrikas. In den Ländern der riesigen Region südlich der Sahara gab es demnach im vergangenen Jahr rund 70 Prozent aller weltweiten HIV-Neuinfektionen. Zugleich entfielen etwa 72 Prozent aller Aids-Todesfälle auf die Region.

Insgesamt lebten 2012 laut dem im September veröffentlichten UNAIDS-Jahresbericht 35,3 Millionen Menschen mit dem Aidserreger im Blut. Etwa 36 Millionen Menschen sind seit Beginn der Epidemie vor mehr als drei Jahrzehnten an Aids oder damit zusammenhängenden Krankheiten gestorben. Weltweit ging die Zahl der Neuinfektionen den Statistiken zufolge seit 2001 um 33 Prozent zurück.

Die Problemlage sei aber alles andere als einheitlich, sondern von Land zu Land, oft von Region zu Region, sehr unterschiedlich. So liege die HIV-Rate unter der Bevölkerung der Kapverden in Westafrika nur bei 0,4 Prozent, während sie im südafrikanischen Swasiland bis zu 28 Prozent betrage. In Asien seien 90 Prozent aller neuen Ansteckungen auf nur fünf Länder konzentriert. Und 90 Prozent der HIV-Infektionen in der Region Osteuropa/Zentralasien entfielen allein auf Russland und die Ukraine.

Von

dpa

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