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06.05.2015

17:36 Uhr

Progress M-27M

Russland erwartet unkontrollierten Absturz

Der russische Raumfrachter Progress M-27M sollte eigentlich Nachschub zur ISS bringen. Doch der Transporter hat nach dem Start die vorgesehene Umlaufbahn verfehlt. Moskau rechnet mit einem unkontrolliertem Absturz.

Ein Progress-Transporter bei der Annäherung an die Raumstation ISS. Trotz des Verlustes eines baugleichen Transportschiffes ist die Versorgung der ISS-Crew nicht gefährdet. ap

Ein Progress-Transporter bei der Annäherung an die Raumstation ISS. Trotz des Verlustes eines baugleichen Transportschiffes ist die Versorgung der ISS-Crew nicht gefährdet.

MoskauDie russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat den Zeitpunkt für den unkontrollierten Absturz des Raumfrachters Progress M-27M nun auf den 8. Mai präzisiert. Demnach soll der defekte Transporter an diesem Freitag zwischen 00.23 Uhr und 20.55 Uhr MESZ in die Erdatmosphäre eintreten, teilten die Experten am Mittwoch in Moskau mit. Den aktuellen Berechnungen zufolge werde das mehr als sieben Tonnen schwere Raumschiff vermutlich östlich von Neuseeland über dem Pazifik fast vollständig verglühen, hieß es.

Bauteile aus Titan oder Edelstahl werden nicht schmelzen. Ob Trümmer eventuell auf bewohntes Gebiet fallen, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, meinte ein namentlich nicht genannter Roskosmos-Mitarbeiter. Die Progress drehe sich um die eigene Achse und könne noch den Kurs ändern. „Falls das Gebiet eines Staates getroffen würde, könnte die Frage von Schadenersatz aufkommen“, sagte der Experte der Agentur Interfax zufolge. Zuletzt war der 9. Mai als wahrscheinliches Datum für den Absturz genannt worden.

Die Pannenserie der russischen Raumfahrt

Mai 2015

Eine Proton-M-Trägerrakete mit einem mexikanischen Satelliten an Bord stürzt kurz nach dem Start über Sibirien ab.

April 2015

Eine Sojus-Trägerrakete versagt bei dem Versuch, einen Progress-Versorgungstransporter auf den Weg zur Raumstation zu bringen. Der außer Kontrolle geratene Transporter verglüht wenige Tage später in der Erdatmosphäre.

Februar 2013

Nur 20 Sekunden nach dem Start von einer schwimmenden Plattform im Pazifik stürzt eine Rakete mit einem Kommunikationssatelliten ins Meer. Experten vermuten, dass die russischen Antriebssysteme versagten.

August 2012

Durch einen Fehler bei der dritten Stufe der russischen Proton-Trägerrakete geraten ein russischer und ein indonesischer Satellit in eine falsche Umlaufbahn. Roskosmos kostet der Fehlstart rund 150 Millionen Euro.

Januar 2012

Die 120 Millionen Euro teure Marsmondsonde „Phobos Grunt“ stürzt unkontrolliert in den Pazifik. Eine Mischung aus menschlichem Versagen und technischen Fehlern soll die Ursache gewesen sein.

Januar 2012 - 2

Wegen einer undichten Landekapsel und einem Kurzschluss nach einem Kabelbruch verschiebt Russland zwei bemannte Weltraumflüge und den Start einer Trägerrakete mit einem Satelliten. Durch die Pannen müssen drei der sechs Crew-Mitglieder der Internationalen Raumstation ISS einen Monat länger als geplant im All bleiben.

Dezember 2011

Wegen einer fehlerhaften Zündung der dritten Stufe einer Sojus-Rakete verliert Russland einen militärischen Kommunikationssatelliten. Der „Meridian“-Satellit stürzt in Sibirien ab. Der Schaden wurde auf rund 50 Millionen Euro geschätzt.

August 2011

Ein unbemannter Versorgungstransporter mit 2,6 Tonnen Nachschub für die ISS stürzt ab. Kurz nach dem Start des Raumschiffs vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan traten Probleme mit der Zündung der dritten Stufe der Sojus-Trägerrakete auf. Erst wenige Tage zuvor war kurz nach dem Start von Baikonur der Kontakt zu einem Nachrichtensatelliten abgerissen. Der „Express AM-4“-Satellit stürzt im März 2012 in den Pazifik.

Dezember 2010

Wegen des Fehlstarts einer Proton-Rakete in Baikonur verliert Russland auf einmal drei Satelliten für sein geplantes Navigationssystem Glonass. Der Schaden wird auf mehrere 100 Millionen Euro geschätzt. Die Satelliten fallen in den Pazifik.

Der Transporter mit rund 2,4 Tonnen Nachschub für die sechsköpfige Mannschaft der Internationalen Raumstation ISS hatte nach dem Start in der vergangenen Woche die vorgesehene Umlaufbahn verfehlt. Die Panne war wohl von einer defekten Trägerrakete ausgelöst worden.

Von

dpa

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