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29.04.2015

14:59 Uhr

Progress-Raumschiff vor Absturz

Russischer Raumtransporter taumelt durchs All

Ein außer Kontrolle geratener russischer Progress-Raumtransporter steht kurz vor dem Absturz auf die Erde. Das Raumschiff sollte Nachschub zur Raumstation ISS bringen. Der Vorfall weckt ungute Erinnerungen.

Kapsel droht zu verglühen

Raumtransporter gerät außer Kontrolle

Kapsel droht zu verglühen: Raumtransporter gerät außer Kontrolle

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BerlinEin auf dem Weg zur Raumstation ISS in Schwierigkeiten geratener russischer Raumfrachter ist offenbar endgültig außer Kontrolle geraten. Der unbemannte Progress-Frachter habe damit begonnen, auf die Erde zu stürzen, sagte ein russischer Raumfahrtvertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Der Raumtransporter mit 2,4 Tonnen Nachschub für die ISS war am Dienstag an Bord einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur gestartet, hatte die vorgesehene Umlaufbahn aber deutlich verfehlt. Grund war vermutlich ein Defekt an der dritten Stufe der Rakete.

Die Pannenserie der russischen Raumfahrt

Mai 2015

Eine Proton-M-Trägerrakete mit einem mexikanischen Satelliten an Bord stürzt kurz nach dem Start über Sibirien ab.

April 2015

Eine Sojus-Trägerrakete versagt bei dem Versuch, einen Progress-Versorgungstransporter auf den Weg zur Raumstation zu bringen. Der außer Kontrolle geratene Transporter verglüht wenige Tage später in der Erdatmosphäre.

Februar 2013

Nur 20 Sekunden nach dem Start von einer schwimmenden Plattform im Pazifik stürzt eine Rakete mit einem Kommunikationssatelliten ins Meer. Experten vermuten, dass die russischen Antriebssysteme versagten.

August 2012

Durch einen Fehler bei der dritten Stufe der russischen Proton-Trägerrakete geraten ein russischer und ein indonesischer Satellit in eine falsche Umlaufbahn. Roskosmos kostet der Fehlstart rund 150 Millionen Euro.

Januar 2012

Die 120 Millionen Euro teure Marsmondsonde „Phobos Grunt“ stürzt unkontrolliert in den Pazifik. Eine Mischung aus menschlichem Versagen und technischen Fehlern soll die Ursache gewesen sein.

Januar 2012 - 2

Wegen einer undichten Landekapsel und einem Kurzschluss nach einem Kabelbruch verschiebt Russland zwei bemannte Weltraumflüge und den Start einer Trägerrakete mit einem Satelliten. Durch die Pannen müssen drei der sechs Crew-Mitglieder der Internationalen Raumstation ISS einen Monat länger als geplant im All bleiben.

Dezember 2011

Wegen einer fehlerhaften Zündung der dritten Stufe einer Sojus-Rakete verliert Russland einen militärischen Kommunikationssatelliten. Der „Meridian“-Satellit stürzt in Sibirien ab. Der Schaden wurde auf rund 50 Millionen Euro geschätzt.

August 2011

Ein unbemannter Versorgungstransporter mit 2,6 Tonnen Nachschub für die ISS stürzt ab. Kurz nach dem Start des Raumschiffs vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan traten Probleme mit der Zündung der dritten Stufe der Sojus-Trägerrakete auf. Erst wenige Tage zuvor war kurz nach dem Start von Baikonur der Kontakt zu einem Nachrichtensatelliten abgerissen. Der „Express AM-4“-Satellit stürzt im März 2012 in den Pazifik.

Dezember 2010

Wegen des Fehlstarts einer Proton-Rakete in Baikonur verliert Russland auf einmal drei Satelliten für sein geplantes Navigationssystem Glonass. Der Schaden wird auf mehrere 100 Millionen Euro geschätzt. Die Satelliten fallen in den Pazifik.

Seither versuchen Mitarbeiter des Bodenpersonals, den unkontrolliert durchs All taumelnden Transporter wieder auf Kurs zu bringen. „Falls keine Kurskorrektur gelingt, droht Anfang Mai ein Absturz und das Verglühen des Raumschiffs in der Atmosphäre“, sagte ein Mitarbeiter der Raumfahrtbehörde Roskosmos der Nachrichtenagentur Tass.

Unklar ist, ob der Raumtransporter bei einem Absturz vollständig verglühen würde. Bei größeren Objekten ist nicht auszuschließen, dass Teile den Boden erreichen. Im Fall der russischen Raumstation Mir etwa, die im März 2001 kontrolliert zum Absturz gebracht wurde, regneten rund 1500 Trümmerteile auf die Erde. Da die Raumstation über dem Pazifik niederging, entstand seinerzeit aber kein Schaden.

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