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07.07.2016

12:53 Uhr

Projekt Chemputer

Drohnen züchten im 3D-Tank

VonWerner Pluta
Quelle:Golem.de

3D-Drucker gehören längst zum Alltag – jetzt kommt die 3D-Züchtung: Das britische Rüstungsunternehmen BAE Systems will Drohnen künftig in einem Tank herstellen, der wie ein chemischer 3D-Drucker funktioniert.

Ein maßgeschneidertes Flugobjekt zu erschaffen, soll mit der neuen Technik zu einen Sache von Wochen statt von Jahren werden. (Foto: BAE Systems)

Drohnen aus dem Tank

Ein maßgeschneidertes Flugobjekt zu erschaffen, soll mit der neuen Technik zu einen Sache von Wochen statt von Jahren werden. (Foto: BAE Systems)

BerlinEine Maschine baut mit Hilfe von chemischen Prozessen in einem Tank in kurzer Zeit eine Drohne. Das klingt wie aus dem Drehbuch eines Science-Fiction-Films. Aber daran arbeiten der britische Rüstungskonzern BAE Systems und Forscher der Universität von Glasgow.

In Zukunft, so die Idee, sollen Drohnen entsprechend den Aufgaben, die sie übernehmen sollen, gebaut werden. In das System eingegeben werden dazu die Eigenschaften, die für den Einsatz nötig sind – etwa  Geschwindigkeit oder Tarntechnik gegen Radar. Die eigentliche Fertigung der Drohnen erfolgt dann in einem Tank auf chemischem Wege.

Chemputer heißt das Gerät, das die Drohnen produzieren soll. Vom Konzept her ähnelt es einem 3D-Drucker. Der Unterschied ist allerdings, dass ein herkömmlicher 3D-Drucker mit physischen Prozessen arbeitet – Material wird lagenweise aufgeschichtet. Der Chemputer hingen züchtet ein Werkstück mit Hilfe von chemischen Prozessen.

Ein maßgeschneidertes Flugzeug in Wochen

Mit dieser Technik ließe sich nach Einschätzung von BAE Systems die Entwicklung extrem beschleunigen: Ein maßgeschneidertes Flugzeug zu erschaffen würde eher eine Sache von Wochen als von Jahren sein.

Aufgebaut werden dabei nicht nur der Rumpf und die Tragflächen, sondern auch ein Teil der Bordelektronik. Für die Herstellung könnten auch umweltfreundliche Materialien eingesetzt werden, sagt BAE Systems. Auf diese Weise sollen auch Teile für bemannte Flugzeuge gebaut werden.

Entwickelt wird der Chemputer von Lee Cronin von der Universität von Glasgow. Cronin arbeitet schon seit einigen Jahren an dem Gerät. Es soll aus verschiedenen Stoffen komplexe Moleküle erzeugen und daraus wiederum ein Objekt. Ursprünglich war der Chemputer aber für wenige martialische Zwecke gedacht: Damit sollen Arzneimittel hergestellt werden.

„Das ist eine spannende Zeit in der Entwicklung der Chemie“, sagt Cronin. „Wir haben Wege entwickelt, um die synthetische und Materialchemie zu digitalisieren und hoffen, dass wir irgendwann in der Zukunft in der Lage sind, komplexe Objekte von Grund auf in einer Maschine oder mit minimaler menschlicher Unterstützung aufzubauen.“

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