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10.07.2014

13:45 Uhr

Projekt Scio

Ein Scanner für die ganze Welt

Scio heißt ein Scanner, der durch einfaches Anpeilen Informationen über jeden beliebigen Gegenstand liefern soll. Mit diesem Gerät will ein israelischer Erfinder unseren Alltag revolutionieren.

Projekt Scio: Durch einfaches Anpeilen und Anklicken eines winzigen digitalen Scanners können Nutzer sehen, wie viele Kalorien ein Stück Käse enthält. ap

Projekt Scio: Durch einfaches Anpeilen und Anklicken eines winzigen digitalen Scanners können Nutzer sehen, wie viele Kalorien ein Stück Käse enthält.

Tel AvivEin israelischer Ingenieur hat einen Scanner erfunden, der nach seiner Einschätzung die Einkaufsgewohnheiten radikal verändern könnte: Das kleine Gerät erkennt die chemische Zusammensetzung von Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen Dingen, die wir zu uns nehmen.

Noch ist das Gerät auf einige wenige Anwendungen beschränkt. Doch der Erfinder Dror Scharon hat die Vision eines Apparats, der eine umfangreiche Datensammlung aufbaut, die es Nutzern erlaubt, die Stoffe in ihrer Umgebung zu analysieren.

Das Gerät, genannt Scio, ist ein Infrarotspektrometer von der Größe eines USB-Sticks. Es wird für drei Anwendungen angeboten: Nahrungsmittel, Medikamente und Gartenbau. Durch einfaches Anpeilen und Anklicken eines winzigen digitalen Scanners können Nutzer sehen, wie viele Kalorien ein Stück Käse enthält oder feststellen, wann eine Tomate voll ausgereift ist. Sein Name geht auf das lateinische Wort für das Verb „wissen“ zurück.

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Noch scheint das Gerät lediglich ein netter Zeitvertreib zu sein. Doch könnte es letztlich, sagen seine Befürworter, lebensrettenden Nutzen haben. Scio könnte eines Tages feststellen, ob Essen verunreinigt ist oder ein Medikament eine Fälschung.

„Die größte Auswirkung wird sein, das Bewusstsein der Menschen für die materielle Welt um sie herum zu schärfen, was bereits ein enormer Effekt ist“, sagt Sanford Ruhman, Chemieprofessor und Experte für Spektroskopie an der Hebräischen Universität in Jerusalem, der selbst nicht an der Entwicklung des Geräts beteiligt ist. Die Fähigkeit, Chemikalien aufzuspüren, könnte zukünftig auf dem Gebiet der Gesundheit oder der Sicherheit von Vorteil sein, erklärt Ruhman, der sich selbst als „von Natur aus skeptisch“ bezeichnet. „Das ist erst der Anfang von etwas, das noch viel umfangreicher werden kann.“

Scharon, der am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) Ingenieurwesen studiert hat und Chef und Mitgründer des Unternehmens Consumer Physics ist, spricht von der nächsten Generation des Googelns. Gegenwärtig sei die Suche nach Informationen mühsam: Der Nutzer müsse sich eine Frage ausdenken, die passenden Suchbegriffe finden, sie in eine Suchmaschine eingeben und hoffen, dass nützliche Ergebnisse angezeigt werden.

Mit dem Spektrometer hingegen könne man einfach auf einen Gegenstand zeigen, ohne überhaupt zu wissen, um was es sich dabei handelt. Das Gerät misst dann die Molekularstruktur des Gegenstands, gleicht die Informationen mit einer stetig wachsenden Datensammlung ab und kann dann zusätzliche Daten auf das Smartphone des Nutzers senden.

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