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06.01.2005

10:29 Uhr

Proteine und Knochenmark

Stammzelltherapie verhindert Arthrose

VonHans Schürmann

Mit einem neuen Verfahren zur Regeneration von Knorpel will der Harvard-Wissenschaftler Chris Evans bei Sportverletzungen am Kniegelenk der Arthrose vorbeugen.

HB DÜSSELDORF. Mit einem Gemisch aus Knochenmark und bestimmten Proteinen, das in das verletzte Knie gespritzt wird, soll der Knorpel direkt vor Ort gezüchtet werden. In Tierversuchen hat sich die Methode bereits bewährt, bald soll sie auch in Deutschland in klinischen Tests an ausgewählten Patienten erprobt werden.

Bei Sportunfällen – beispielsweise beim Skilaufen oder Fußball – kommt es häufig vor, dass ein Knorpelstück in der Größe einer Ein- oder Zwei-Euromünze aus der Knorpelschicht herausbricht. Da sich der Gelenkknorpel nicht von alleine wieder nachbildet, sind die darunter liegenden Knochen ungeschützt. Mit der Zeit wird auch der verbleibende Knorpel immer dünner. Die Knochen beginnen, aufeinander zu reiben.

Ärzte sprechen bei dieser schmerzhaften Erkrankung von Arthrose. Der Unterschied zur Altersarthrose, die sich mit Evans Methode nicht behandeln ließe, besteht darin, dass nach Unfällen noch intaktes Knorpelgewebe vorhanden ist. Im Endstadium dieser Erkrankung hilft den Patienten heute nur noch ein künstliches Kniegelenk.

Der Einsatz einer Prothese lässt sich schon heute durch eine Transplantation von im Labor gezüchtetem Knorpel hinauszögern. Das von Evans entwickelte Verfahren könnte jedoch dem Patienten die hierfür notwendige zweite Operation ersparen, bei der das im Labor erzeugte Transplantat eingesetzt wird.

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