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29.08.2011

10:20 Uhr

Rätselhafte Dino-Spuren

Jurassic Park am Bückeberg

Vor vier Jahren entdeckten Forscher spektakuläre Dinosaurier-Fährten nahe Hannover. Mit modernen Methoden wollen sie nun ergründen, warum sich vor 140 Millionen Jahren ausgerechnet hier so viele Urzeitechsen tummelten.

Die Spur eines Allosaurus neben einem Modell des Sauriers, der zu den größten Fleischfressern unter den Urzeit-Echsen zählte. Vor allem die große Zahl von Raubsaurier-Spuren in den Oberkirchener Sandsteinbrüchen hat die Forscher überrascht. dpa

Die Spur eines Allosaurus neben einem Modell des Sauriers, der zu den größten Fleischfressern unter den Urzeit-Echsen zählte. Vor allem die große Zahl von Raubsaurier-Spuren in den Oberkirchener Sandsteinbrüchen hat die Forscher überrascht.

ObernkirchenEr ist mehr als drei Meter lang, gefiedert und erinnert an einen harmlosen Emu. Doch mit seiner messerscharfen Sichelklaue konnte der etwa 1,40 Meter hohe Raubsaurier sogar wesentlich größeren Dinos gefährlich werden. Der Fund von Fährten des Raptoren aus der Familie der Troodontidae ist eine Weltsensation. Nirgendwo sonst in Europa waren zuvor Spuren dieses Raubsauriers nachweisbar.

Torsten van der Lubbe ist der vogelartige Saurier besonders ans Herz gewachsen. Bei gutem Wetter verbringt er Stunden in den Oberkirchener Sandsteinbrüchen auf den Knien und säubert Spuren. Die Fährten fotografiert er dann mit einem speziellen Verfahren, um dreidimensionale Modelle zu erstellen.

„Die 3-D-Photogrammetrie ist ein Meilenstein in der Fährten-Forschung. So kann ich mich mit Experten in aller Welt austauschen“, sagt van der Lubbe und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Hinter ihm reißen Radlader riesige Steinblöcke aus dem Berg.

Das Team der Dino-Forscher arbeitet auf einer 400 Quadratmeter großen Platte, die mit Spuren übersät ist. 2209 Abdrücke hat van der Lubbe bisher gezählt. „Hühnerhof“ haben die Wissenschaftler diesen weltweit einmaligen Fundort getauft. „Der Begriff „chicken yard“ hat sich international etabliert“, erzählt Projektleiterin Annette Richter, Paläontologin am Niedersächsischen Landesmuseum Hannover.

Im April waren führende Dino-Forscher aus aller Welt zu einem Symposium in Obernkirchen zusammengekommen. Ein Buch über die spektakulären Spuren soll bei einem renommierten US-Wissenschaftsverlag erscheinen. Jetzt geht es darum, Erklärungsansätze zu finden, warum sich an diesem Ort so viele Dinos trafen.

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