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10.03.2017

08:45 Uhr

Raubfliege

Winziger Jäger mit Durchblick

Raubfliegen machen Jagd auf andere Insekten, die sie meist im Flug erbeuten. Dabei verlassen sie sich vor allem auf ihr extrem gutes Sehvermögen, das ihnen eine ausgeklügelte Jagdstrategie erlaubt.

Ausgezeichnete Sehschärfe macht die winzigen Fliegen zu Super-Jägern. dpa

Raubfliege

Ausgezeichnete Sehschärfe macht die winzigen Fliegen zu Super-Jägern.

CambridgeEine kleine Raubfliege beeindruckt Wissenschaftler mit ihren Jagdkünsten im Flug. Die Winzlinge nutzen eine ausgefeilte Flugstrategie, um ein vorbeifliegendes Beutetier abzufangen, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin „Current Biology“.

Grundlage der Jagdkünste sei eine extreme Sehschärfe der Zweiflügler. Die selbst nur etwa sechs Millimeter großen Raubfliegen könnten Beutetiere unter zwei Millimeter Größe aus einer Entfernung von mehr als einem halben Meter sehen.

Was Mücken anlockt - und wie man sie fernhält

Warum gibt es so viele Mücken?

Wegen des Hochwassers haben die Mücken ideale Brutbedingungen gefunden. Die Mückenweibchen legen in Pfützen, Regentonnen, überschwemmten Wiesen und anderen stehenden Gewässern bis zu 200 Eier ab. Daraus schlüpft nach etwa zwei Wochen die nächste Generation von Plagegeistern. Die derzeitige Hitzewelle sorgt dafür, dass es in manchen Regionen zu einer wahren Mückenplage kommt.

Warum stechen Mücken?

Es stechen nur die Mückenweibchen. Sie brauchen Proteine, um nach der Befruchtung Eier zu bilden. Diese Nährstoffe bekommen sie, indem sie bei Menschen oder Tieren Blut saugen - übrigens durchaus das Zwei- bis Dreifache ihres eigenen Gewichts. Der Mückenspeichel enthält ein bestimmtes Enzym, damit das Blut nicht so schnell gerinnt, sondern beim Saugen flüssig bleibt. Dies - und nicht der Stich selbst - verursacht schließlich den unangenehmen Juckreiz.

Was lockt Mücken an?

Weder die Blutgruppe noch das Geschlecht, wie viele meinen. Parfüm und andere Duftstoffe locken die Plagegeister hingegen an. Doch auch durch die Atemluft kommen Mücken ihren Opfern auf die Spur. Experten haben festgestellt, dass Menschen mit erhöhten Kohlendioxidausdünstungen eher gestochen werden. Wer zum Beispiel viel Reis isst, atmet vermehrt Kohlendioxid aus. Auch Schweißgeruch zieht Mücken regelrecht an.

Wie kann man sich schützen?

Damit die Mücken erst gar nicht ins Haus gelangen, helfen feinmaschige Fliegengitter aus Synthetik oder Baumwolle vor dem Fenster. Besonders sensible Menschen können sich auch ein Moskitonetz über das Bett hängen. Für heimische Mücken reicht eine Maschenweite von zwei Millimetern. Auch Regentonne und Teich im Garten sollten wegen der Larven am besten mit Fliegengaze abgedeckt werden. Lange, weite Kleidung schützt im Freien vor Mückenstichen. Dünne und enganliegende Sachen durchstechen Mücken problemlos.

Wie wirksam sind Mückenabwehrmittel?

Mittel mit den Wirkstoff DEET sind laut Stiftung Warentest am effektivsten, allerdings reizen sie Augen und Schleimhäute. Der Wirkstoff Icaridin ist ähnlich wirksam, reizt aber ebenfalls die Augen. Für Babys und Kleinkinder sind sogenannte Repellents nicht zu empfehlen.

Gibt es Alternativen?

Ätherische Öle schützen laut Stiftung Warentest kaum und können zum Teil allergische Reaktionen auslösen. Auch Insektengift absondernde Apparate für die Steckdose, sogenannte Biozidverdampfer, sind nicht unproblematisch und nicht zu empfehlen. Wirkungslos sind Gartenfackeln, Duftkerzen oder Ultraschallgeräte, die Mücken akustisch vertreiben sollen. Von elektronischen Fallen mit UV-Licht raten Experten ab, weil sie nur wenige Mücken anziehen, dafür umso mehr unter Schutz stehende Nachtfalter. Auch Hausmittel wie Zitronenmelisse, Tomaten- oder Basilikumpflanzen vertreiben Mücken nicht.

Was hilft gegen den Juckreiz?

Dagegen gibt es kühlende Gele. Auch Hausmittel wie Spucke oder Eiswürfel sowie eine Zitronen- oder Zwiebelscheibe, die für fünf Minuten auf die Einstichstelle gelegt wird, verschaffen Linderung.

Das Team um Trevor Wardill von der britischen Universität Cambridge hatte die Raubfliegen der Art Holocephala fusca in ihrem natürlichen Lebensraum mit Hochgeschwindigkeitskameras gefilmt. Mithilfe einer speziellen Apparatur ließen die Forscher bis zu vier Millimeter große, an einer Angelschnur angebrachte Kügelchen als vermeintliche Beutetiere an den sitzenden Fliegen vorbeiziehen. Diese gingen daraufhin zum Angriff über.

Während sie die Verfolgung aufnahmen, hielten sie zunächst einen ganz bestimmten Kurs, mit dem sie an einem bestimmten Punkt genau mit dem Beutetier zusammengetroffen wären. Dass auch die kleinen Raubfliegen diese im Tierreich weit verbreitete Strategie nutzten, sei zwar nicht völlig überraschend, war aber bisher unbekannt.

Dann beobachteten die Forscher etwas Unerwartetes: Wenn sich die Fliegen auf knapp 30 Zentimeter ihrem Beutetier genähert hatten, bremsten sie ab und änderten ihre Flugbahn, bevor sie die Beute attackierten.

Dieses spezielle Manöver erhöht die Trefferchancen. Die Fliegen vermeiden dadurch, an ihrer Beute vorbeizurasen. Sie fliegen stattdessen kurzzeitig eher neben ihrem Opfer her, als es auf direktem Weg anzupeilen.

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