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31.10.2011

09:41 Uhr

Raumfahrt

Deutsch-chinesische Partnerschaft im All

Am heutigen Montag wollen Deutschland und China ein neues Kapitel der Forschung im Weltraum aufschlagen. Erstmals fliegt eine deutsche Versuchsanlage in einem chinesischen Raumschiff mit.

Das Raumschiff Shenzhou 8, aufgenommen am 25.09.2011 im Satelliten-Zentrum in Jiuquan. dpa

Das Raumschiff Shenzhou 8, aufgenommen am 25.09.2011 im Satelliten-Zentrum in Jiuquan.

PekingErstmals kooperiert Deutschland mit China bei einem Raumflug. An Bord des chinesischen Raumschiffes „Shenzhou 8“, das am späten Montagabend MEZ starten soll, wird eine Versuchsanlage „Made in Germany“ mitfliegen. „Es ist eine Weltpremiere“, sagt Peter Preu, Leiter der Weltraumforschung beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Im Mittelpunkt des unbemannten Fluges steht gleichwohl ein anderes, viel riskanteres Experiment: das erste chinesische Kopplungsmanöver. Zwei Tage nach dem Start soll „Shenzhou 8“ vom Boden aus ferngesteuert am Weltraummodul „Tiangong 1“ andocken. Der „Himmelspalast“ umkreist seit Ende September die Erde. Die Fähigkeit zum Verbinden zweier Raumschiffe ist eine wichtige Voraussetzung für die chinesischen Pläne zur Entwicklung einer eigenen Raumstation, die um 2020 fertiggestellt werden soll.

Während „Shenzhou 8“ mit dem Manöver die technischen Grundlagen für Chinas ehrgeizige Pläne im All legen soll, verfolgen deutsche und chinesische Wissenschaftler 17 grundlegende biologische und medizinische Experimente im Weltraum. In der „Simbox“ genannten deutschen Apparatur befindet sich zum Beispiel ein Wärmeschrank mit Zentrifuge.

Nie zuvor ist eine nicht-chinesische Experimentieranlage in einem chinesischen Raumschiff mitgeflogen. China öffnet sich bei einem Raumflug erstmals der internationalen wissenschaftlichen Kooperation.

Bei einem Volumen von 37 Litern finden sich in der „Simbox“ auf kleinstem Raum 40 Forschungseinheiten in Zigarettenschachtelgröße. Alle können während des Fluges separat kontrolliert werden. Auch werden die jeweiligen Messdaten aufgenommen.

Es gibt Mini-Aquarien zur Ökosystemforschung oder auch Versuche zur Untersuchung von Krebszellen. Unter den 17 Experimenten sind sechs deutsche und zwei deutsch-chinesische. Jede Forschungseinheit wurde individuell von der Firma EADS Astrium in Friedrichshafen entwickelt.

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