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25.09.2011

13:04 Uhr

Raumfahrt

Deutscher Satellit vor Absturz

Der deutsche Satellit Rosat war ein Glücksfall für die Astronomie. Mit seiner Hilfe konnten Forscher den Himmel nach Röntgenquellen absuchen. In wenigen Wochen könnte der Satellit jedoch zum Problem werden.

Die Illustration zeigt den Röntgensatelliten Rosat im All. In wenigen Wochen wird der künstliche Himmelskörper abstürzen. dpa

Die Illustration zeigt den Röntgensatelliten Rosat im All. In wenigen Wochen wird der künstliche Himmelskörper abstürzen.

BerlinEr beobachtete die Geburt von Sternen und lieferte die ersten Röntgenbilder von Kometen: Der deutsche Forschungssatellit Rosat umkreist seit mehr als 20 Jahren die Erde. Doch schon bald wird er ein ähnliches Schicksal

nehmen wie der US-Forschungssatellit UARS, der am Samstag unkontrolliert auf die Erde stürzte. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird Rosat voraussichtlich im November abstürzen.

Rosat war 1990 auf eine Umlaufbahn in etwa 550 Kilometern Höhe geschossen worden. Der etwa 2,4 Tonnen schwere Satellit mit zwei Teleskopen hat die Röntgenastronomie revolutioniert. Röntgenstrahlen entstehen im All bei besonders heißen und energiereichen Prozessen.

Das Gerät lieferte 1990 das erste Röntgenbild vom Mond, es schickte Aufnahmen der Andromeda-Galaxie und fing erstmals Röntgenstrahlen von Kometen ein. Darüber hinaus hat Rosat zahlreiche Überreste von Supernova-Explosionen entdeckt. Die vielen Daten waren die Grundlage für mehr als 8000 wissenschaftliche Veröffentlichungen.

Rosat hat kein Triebwerk an Bord, mit dem man seine Umlaufbahn hätte ändern oder ihn gezielt zum Absturz bringen können, wie die DLR erläutert. Er trudelt seit seinem Start langsam der Erde entgegen. Der Wiedereintritt des Satelliten, dessen Abmessungen 2,20 Meter mal 4,70 Meter mal 8,90 Meter betragen, könne nicht gesteuert werden. Auch bestehe seit seinem Missionsende 1999 keine Verbindung mehr zum Kontrollzentrum des DLR in Oberpfaffenhofen.

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