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18.01.2016

07:12 Uhr

Raumfahrt

Die Bruchlandung einer Rakete

Quelle:dpa

Vor rund einem Monat war der Landungstest einer Trägerrakete aus dem All noch erfolgreich. Nun ist ein weiterer Versuch der Betreiberfirma SpaceX auf einem Boot missglückt. Spektakuläre Aufnahmen.

Klick der Woche

Bruchlandung: SpaceX-Rakete kippt bei Landung um

Klick der Woche: Bruchlandung: SpaceX-Rakete kippt bei Landung um

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Los AngelesDas US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat bei der Entwicklung wiederverwertbarer Trägerraketen erneut einen Fehlschlag erlitten. Die unbemannte "Falcon-9"-Rakete schickte am Sonntag zwar erfolgreich einen Satelliten ins All - doch bei der Landung auf einer Plattform im Pazifik brach die Rakete auseinander, wie SpaceX mitteilte.

"Die erste Stufe (der Rakete) ist auf der Plattform gelandet, aber es scheint, als sei die Landung brutal gewesen", erklärte das Unternehmen im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Nun, wenigstens waren die Teile diesmal größer", twitterte SpaceX-Chef Elon Musk.

Die Rakete war um 19.42 Uhr vom Vandenberg-Luftwaffenstützpunkt in Kalifornien aus ins All gestartet. 56 Minuten später setzte sie den von den USA und Frankreich entwickelten Satelliten "Jason-3" in der Erdumlaufbahn ab. Der Satellit soll unter anderem genauere Daten über den Anstieg der Meeresspiegel liefern.

SpaceX strebt an, seine Trägerraketen mehrmals zu verwenden, um die Raumfahrt kostengünstiger und nachhaltiger zu machen. Bislang ist es so, dass die hunderte Millionen Dollar teuren Raketen auf dem Rückweg zur Erde zerbersten. Langfristig träumt Musk davon, Trägerraketen wie Flugzeuge zwischen Erde und All einsetzen zu können.

Im Dezember war es SpaceX gelungen, eine "Falcon-9"-Rakete unbeschadet auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida landen zu lassen. Aber Ziel der Firma ist es, dass die Raketen auf schwimmenden Plattformen im Meer landen. Diese Art von Landungen würden "für Hochgeschwindigkeitsmissionen benötigt", schrieb Musk auf Twitter. Dies sei aber wegen der kleinen Landefläche und der Bewegung der Plattform schwieriger als an Land.

SpaceX scheiterte nun bereits zum vierten Mal mit dem Versuch, eine Rakete unbeschadet auf See landen zu lassen. Dem Unternehmen zufolge lag die Bruchlandung am Sonntag nicht an hoher Geschwindigkeit oder rauer See, sondern an einem technischen Problem: Ein Bein der Rakete sei nicht verriegelt gewesen. Daher sei die Rakete nach der Landung umgekippt, erklärte Musk.

Auch die Konkurrenzfrma Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos forscht an wiederverwertbaren Raketen. Sie konnte im November eine Suborbital-Rakete heil zur Erde zurückbringen. Die Firma hat aber nie eine Landung im Meer getestet.Elon Musk bei Twitter

Raumfahrt-Katastrophen

22. März 1961

Kurz vor dem ersten russischen Raumflug kommt der Kosmonaut Walentin Bondarenko beim Training in einer Isolationskammer des Moskauer Instituts für Raumfahrtmedizin ums Leben. Ein mit Alkohol getränkter Wattebausch hatte sich entzündet und die mit reinem Sauerstoff gefüllte Kammer in Brand gesetzt.

27. Januar 1967

Bei einem Bodentest der US-Raumkapsel Apollo 1 am Raketenstartplatz Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) verbrennen drei amerikanische Astronauten. Ein Funke hatte die Kapsel in Brand gesetzt.

24. April 1967

Der sowjetische Kosmonaut Wladimir Komarow zerschellt nach der Rückkehr aus dem Weltraum mit seinem Raumschiff Sojus 1 auf der Erde. Das Fallschirmsystem hatte versagt.

29. Juni 1971

Die dreiköpfige Besatzung des sowjetischen Raumschiffes Sojus 11 wird bei der Rückkehr von der Saljut-Raumstation tot in ihrer Kapsel aufgefunden. Bei der Landung hatte der Druckausgleich der Kapsel versagt.

18. März 1980

Eine Wostok-2M-Rakete explodiert beim Betanken direkt auf der Startrampe des russischen Weltraumbahnhofs Plessezk. 48 Menschen sterben.

28. Januar 1986

Nur 73 Sekunden nach dem Start explodiert die US-Raumfähre Challenger und stürzt in den Atlantik. Alle sieben Astronauten kommen ums Leben. Unglücksursache: eine fehlerhafte Dichtung zwischen Segmenten einer Antriebsrakete.

15. Februar 1996

Eine chinesische Rakete des Typs CZ-3 kommt kurz nach dem Start vom Kurs ab und stürzt in ein Dorf. Bei der Explosion sterben nach offiziellen Berichten sechs Menschen, inoffizielle Quellen sprechen von bis zu 500 Toten.

1. Februar 2003

Die Raumfähre Columbia bricht während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre auseinander. Alle sieben Astronauten an Bord sterben. Ursache der Katastrophe: Beim Start war ein Stück Schaumstoff vom Außentank abgerissen und hatte die Hitze-Isolierung des Spaceshuttles beschädigt.

22. August 2003

Eine brasilianische Trägerrakete des Typs VLS-1 explodiert auf der Startrampe des Weltraumbahnhofs Alcantara im Norden Brasiliens. 21 Menschen sterben.

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