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31.10.2013

15:04 Uhr

Raumfahrt

Die Nasa vermisst ihre Spaceshuttles

30 Jahre lang war die Spaceshuttle-Flotte Amerikas ganzer Stolz und Garant der Vormachtstellung im All. Doch Unfälle und riesige Kosten brachten das Ende. Vor einem Jahr rollte die letzte Fähre ins Museum.

Spaceshuttle Atlantis auf dem Weg ins Museum auf dem Gelände des Kennedy Space Center in Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida). Nach dem Ende ihrer Shuttle-Flotte hat die Nasa kein Raumschiff mehr, um Astronauten ins All zu bringen. dpa

Spaceshuttle Atlantis auf dem Weg ins Museum auf dem Gelände des Kennedy Space Center in Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida). Nach dem Ende ihrer Shuttle-Flotte hat die Nasa kein Raumschiff mehr, um Astronauten ins All zu bringen.

WashingtonEs war das Ende einer Ära: Mit viel Wehmut verabschiedeten die Amerikaner im vergangenen Jahr ihre legendäre Spaceshuttle-Flotte in den Ruhestand. Als letztes rollte vor einem Jahr, am 2. November, die „Atlantis“ ins Besucherzentrum des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral, wo sie seit diesem Sommer öffentlich ausgestellt ist.

Zuvor waren bereits die anderen verbliebenen Raumfähren der Flotte - „Enterprise“, „Endeavour“ und „Discovery“ - zu ihren endgültigen Ruheplätzen in verschiedenen US-Museen gebracht worden. Dort kann jeder den Shuttles zur großen Freude von Raumfahrtfans ganz nahe kommen - für die US-Raumfahrtbehörde Nasa aber begann mit dem Ende dieser Ära das große Umdenken.

Rund 30 Jahre lang - seit dem ersten Start der „Columbia“ am 12. April 1981 - war das Shuttle-Programm Amerikas ganzer Stolz und Garant der US-Vormachtstellung im All gewesen. Eine ganze Generation von Amerikanern wuchs mit der Flotte auf, die mehr als 870 Millionen Kilometer zurücklegte, mehr als 21.000  Mal die Erde umrundete und insgesamt 852 Crewmitglieder transportierte.

Die Shuttles wurden zu nationalen Ikonen. Aber die horrenden Kosten - ein einfacher Transport zur Internationalen Raumstation ISS kostete zuletzt rund 700 Millionen Euro - und die tragischen Unglücke der „Challenger“ und der „Columbia“ setzten dem Programm schließlich ein Ende. Insgesamt waren dabei 14 Astronauten ums Leben gekommen. Im Juli 2012 kehrte die „Atlantis“ zum letzten Mal aus dem All zurück.

Bei vielen Experten blieben Schock und Ratlosigkeit: Wie sollte es weitergehen? Astronauten und Versorgungsnachschub mussten doch weiter zur ISS gebracht werden, schließlich gab es bestehende Verträge. Und sollte die Erkundung des Weltalls - traditionell ein wichtiger Beitrag für den amerikanischen Stolz - so einfach sang- und klanglos aufgegeben werden?

Einem ursprünglich geplanten Nasa-Nachfolgeprogramm drehte US-Präsident Barack Obama den Geldhahn ab. „In der Geschichte der bemannten Raumfahrt gab es immer ein Nachfolgeprogramm“, klagte Nasa-Manager Mike Leinbach öffentlich. „Jetzt haben wir nichts, und es ist mir peinlich, dass wir nichts haben.“

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