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19.05.2012

12:03 Uhr

Raumfahrt

Erste private Raum-Kapsel startet doch nicht

Wegen technischer Probleme wartet ein privater Raumtransporter weiterhin auf seinen ersten Flug ins All. Ursprünglich sollte die „Dragon“-Kapsel am Samstag in Florida abheben.

Die Raum-Kapsel „Dragon“ wäre der erste private Raumfrachter im All gewesen. AFP

Die Raum-Kapsel „Dragon“ wäre der erste private Raumfrachter im All gewesen.

Washington/Berlin/Cape CanaveralDer geplante Start des ersten privaten Raumtransporters der Geschichte blieb am Samstag zunächst aus. Trotz des „Lift Off“-Signals hob die unbemannte „Dragon“-Kapsel nicht ab. Die unbemannte „Dragon“-Kapsel sollte zur Internationalen Weltraumstation ISS fliegen, muss aber wegen technischer Probleme in der ersten Raketenstufe vorerst weiter auf der Erde bleiben. Nach ersten Informationen der US-Weltraumbehörde Nasa war der Druck in einem der Triebwerke zu hoch. Die Ingenieure werteten weitere Daten zunächst noch aus. Am kommenden Dienstag soll es einen nächsten Startversuch geben - sofern das Wetter mitspielt.

Ursprünglich sollte „Dragon“ um 04.55 Uhr Ortszeit (10.55 Uhr MESZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida an der Spitze einer Falcon 9-Trägerrakete abheben. Sowohl der Träger als auch die Kapsel wurden vom kalifornischen Unternehmen SpaceX entwickelt. Das Projekt wird von der US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA technisch und finanziell unterstützt.

Raumtransporter Dragon im Überblick

Größe

Die „Dragon“-Raumkapsel hat eine Länge von 4,4 Metern. Ihr Durchmesser beträgt 3,6 Meter. In dem drucklosen Laderaum der Kapsel können mehr als 3300 Kilogramm Fracht transportiert werden.

Trägersystem I

Die Raumkapsel wird mit einer „Falcon 9“-Trägerrakete, die ebenfalls von SpaceX entwickelt wurde, ins All geschickt. Mit der an der Spitze montierten Raumkapsel ist die Rakete 48 Meter hoch.

Trägersystem II

Die „Falcon 9“-Rakete ist nach dem Raumschiff „Millennium Falcon“ aus den „Star Wars“-Kinofilmen benannt. Die Trägerrakete hat neun Triebwerke und 18 Schubdüsen für das Manövrieren im Orbit.

Ladung

Der Raumtransporter ist beladen mit mehr als 500 Kilogramm Vorräten und Materialien für wissenschaftliche Experimente.

Bemannte Missionen

Das Design der Kapsel ist so angelegt, dass sie umgebaut werden kann, um in Zukunft bis zu sieben Astronauten zu transportieren.

Bei ihrem Flug sollte „Dragon“ über 500 Kilo Ladung zur ISS bringen, vor allem Lebensmittel. Auf dem Heimweg sollte sie Abfälle von dort mit auf die Erde bringen. Die Nasa will „Dragon“ künftig für Weltraumflüge zur ISS mieten.

Nach umfangreichen Tests aller Systeme soll die Kapsel mithilfe eines Roboterarms an das US-Modul „Harmony“ umgehoben werden.

Ursprünglich war der erste Testflug für vergangenen November geplant, er musste aber auch wegen technischer Probleme mehrfach verschoben werden. Das Unternehmen SpaceX des Multimillionärs Elon Musk will „Dragon“ so weiterentwicklen, dass damit bis Mitte 2015 Menschen ins All befördert werden können.





Kommentare (2)

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Domenq

20.05.2012, 10:13 Uhr

Und seit langen Jahren passiert rein gar nicht von Bedeutung dort oben.
Touristen kommen; Touristen gehen - das war es auch schon mit der bemannten Raumfahrt.
Sinnlos!

Hermann.12

20.05.2012, 12:45 Uhr

Warum so zynisch?

Wir haben den Orbit erreicht und lernen allmählich ihn zu nutzen. Nach den stürmischen Anfangsjahren muss die Technik und Wissenschaft sich erst konsolidieren und eine neues Niveau finden.
Es ist normal, das sich das gewonnene Wissen konsolidieren muss, zumal die Computtertechnik als industrielle Revolution der Dienstleistung und Steuerung noch voll im Gange ist und bei weitem noch nicht konsolidiert wurde.
Die Weltraumfahrt basiert noch auf Maschinenbautechnik vor dem Computer, auch wenn sie dort zwangsläufig früh genutzt wurde, ist sie nicht das bestimmende Element.
Unsere Rechentechnik ist in den Maßstäben des Weltraumes einfach noch zu primitiv, vergleichbar mit den ersten Dampfmaschinen um zuverlässig mehr als den Orbit zu erreichen.
Das wird sich ändern, ob noch zu unseren Lebzeiten lässt sich dabei eben nicht vorhersagen, eben weil die Beschleunigung solcher Entwicklungen erst eintreten kann, wenn die Zuverlässigkeit ein Mass erreicht, das sie massentauglich macht.
Die Computertechnik ist noch nicht so weit bezogen auf die Herausforderungen des Weltraumes eine hinreichende Zuverlässigkeit zu gewährleisten.
Wir sind gerade in der Phase, verglichen mit der industriellen Revolution, wo erste Tüftler anfangen Maschinen zu bauen, von denen sie glauben dass sie sich bewähren könnten. Irgenwann wir ein Benz oder Diesel schon dabei sein.

H.

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