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06.02.2012

15:11 Uhr

Raumfahrt

Mit Laserstrahlen gegen Weltraumschrott

Mit einem leistungsstarken Laser wollen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt dem wachsenden Problem des Weltraumschrotts zuleibe rücken. Ein erster Test verlief erfolgreich.

Das Institut für Technische Physik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und baut Laser, die in Zukunft Weltraumschrott im All vermessen und von gefährlichen Bahnen ablenken sollen.

Das Institut für Technische Physik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und baut Laser, die in Zukunft Weltraumschrott im All vermessen und von gefährlichen Bahnen ablenken sollen.

DüsseldorfWer den größten Schrottplatz unseres Planeten sucht, muss den Blick nach oben richten. Jahr für Jahr nimmt die Zahl der Schrottteile im erdnahen Weltall um mehrere Zehntausende zu – eine wachsende Gefahr für Satelliten, aber auch für die Astronauten der Raumstation ISS: Zwei mal musste der Außenposten der Menschheit im All in diesem Jahr schon Weltraummüll ausweichen.

Umso wichtiger wäre es, gerade die kleinen, schwer zu beobachtenden Schrottteilchen auf ihrem Weg um die Erde genau verfolgen zu können. Doch noch fehlt es an der nötigen Technik. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Laserstation Graz wollen das ändern: Sie haben einem leistungsstarken Laser entwickelt, dessen Pulse auch Teilchen mit einem Durchmesser von nur wenigen Zentimetern erfassen und ihre Umlaufbahn vermessen kann.

Vor wenigen Tagen wurde das Hochleistungsgerät erstmals getestet. Mit Erfolg: Mehr als 20 verschiedene Raketenteile in einer Entfernung von 500 bis 1800 Kilometern spürte der Laserstrahl auf. . „Damit haben wir die Bestätigung, dass unsere Idee funktioniert“, so Adolf Giesen, Leiter des DLR-Instituts für Technische Physik.

Auch wenn lediglich Weltraumschrott in einer Größe von mehreren Metern vermessen wurde - das erfolgreiche Experiment ist ein wichtiger Schritt für die Wissenschaftler. „Zurzeit entwickeln wir einen Laser mit höherer Pulsenergie, der auch deutlich kleinere Teile im Weltall erfassen und vermessen kann - dann ist die Ortung von zehn Zentimeter großen Objekten möglich“, so Giesen.

Die Notwendigkeit, auch derart kleine Schrottteilchen unter Beobachtung zu nehmen, wird mit jedem Jahr dringender. Ausgediente Satelliten oder Raketenoberstufen kollidieren im All und zerschellen in immer kleinere Teile. Stoßen zwei Satelliten zusammen, wie im Februar 2009 Iridium 33 und Kosmos-2251, entsteht weiterer Weltraummüll. Bereits jetzt sind in Höhen von 800 bis 1400 Kilometern so viele Teile im Umlauf, dass aktive Satelliten dabei Schaden nehmen könnten.

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