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30.01.2007

14:54 Uhr

Raumfahrt

Weltraumteleskop „Hubble“ auf einem Auge blind

Mit dem „Hubble“-Weltraumteleskop gibt es erneut technische Probleme. Wie die US-Weltraumbehörde Nasa am Montag im Goddard-Raumfahrtzentrum bei Washington mitteilte, seien nach einem Kurzschluss zwei Hauptkanäle der wichtigsten Kamera an Bord ohne Strom. Deshalb kann Hubble derzeit nur eingschränkt Bilder aufnehmen. Das könnte auch so bleiben.

'Hubble' dpa

Mit dem „Hubble“-Weltraumteleskop, hier ein Archivbild, gibt es erneut technische Probleme.

dpa WASHINGTON. An Bord des betagten Weltraumteleskops „Hubble“ ist die Hauptkamera ausgefallen. Der Grund sei vermutlich ein Kurzschluss in der Stromversorgung, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa am Montag (Ortszeit) im Goddard-Raumfahrtzentrum nahe Washington mit.

Schon seit Sommer vergangenen Jahres arbeitet die ACS (Advanced Camera for Surveys) den Angaben zufolge nach einer Fehlfunktion mit einer Ersatzelektronik.

Techniker würden nun versuchen, die Kamera wieder auf die Primärsysteme umzustellen, um zumindest einen teilweisen Betrieb zu ermöglichen, hieß es. Das elf Tonnen schwere Weltraumteleskop, das die Erde seit fast 17 Jahren umkreist, hatte sich am Wochenende selbst in einen schützenden „Winterschlaf“-Modus versetzt, wurde inzwischen jedoch daraus wieder erweckt. Die wissenschaftliche Arbeit solle noch in dieser Woche mit den verbliebenen Instrumenten des Teleskops fortgesetzt werden, darunter zwei weitere Kameras sowie andere Sensorgeräte, betonte die Nasa.

Im November hatte das für „Hubble“ verantwortliche Weltraumteleskop-Forschungsinstitut in Baltimore für den Fall eines ACS-Ausfalls vorsorglich einen Satz wissenschaftlicher Beobachtungsprogramme ohne Beteiligung der Hauptkamera ausgewählt. Diese Beobachtungspläne sollen nun anstelle der ursprünglich geplanten ACS-Programme abgearbeitet werden.

Ende vergangenen Jahres hatte die Nasa eine Reparatur- und Verjüngungsmission für das alternde „Hubble“-Teleskop beschlossen. Der elftägige Einsatz der Raumfähre „Discovery“ soll jedoch frühestens im Mai 2008 beginnen. Inwieweit sich die ACS-Panne auf diese Planungen auswirke, sei noch nicht abzusehen, betonte die Nasa. Eine Untersuchungsgruppe solle dies bis Anfang März klären. „Obwohl dies ein Rückschritt ist, ist für Hubble bei weitem noch nicht aller Tage Abend“, sagte ein Sprecher der europäischen Weltraumbehörde Esa, die an dem Teleskop-Projekt beteiligt ist, zu der neuen Panne.

Die Advanced Camera for Surveys war im März 2002 an Bord von „Hubble“ installiert worden und war für eine Lebensdauer von fünf Jahren konzipiert. Sie besteht aus drei Einzelkameras. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Kartierung der rätselhaften Dunklen Materie, die den meisten Teil der Masse im Universum ausmacht, die Suche nach weit entfernten Objekten aus der Frühzeit des Universums und die Beobachtung der Entwicklung von Galaxienhaufen.

Das „Hubble“-Teleskop blickt aus 600 Kilometern Höhe ungehindert von den Luftschichten der Erde in die Tiefen des Alls. Nie zuvor gesehene Bilder von fernen Galaxien, sterbenden Sonnen und Beobachtungen so genannter Schwarzer Löcher verschafften den Astronomen neue Einblicke in die Entstehung und den Aufbau des Universums.

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