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07.03.2017

20:30 Uhr

Raumfahrtfirma Blue Origin

Völlig losgelöst…

VonKatharina Kort

Jeff Bezos gewinnt Eutelsat als ersten Kunden für seine Raumfahrtfirma. Damit bekommt das Raketen-Rennen der Milliardäre neuen Schwung. Auch Tesla-Gründer Elon Musk will Ende 2018 abheben.

Der Amazon-Chef hat ein teures Hobby und gründete bereits 2000 sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin. dpa

Jeff Bezos

Der Amazon-Chef hat ein teures Hobby und gründete bereits 2000 sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin.

New YorkDer erste zahlende Kunde des Raumfahrt-Abenteuers von Jeff Bezos kommt aus der alten Welt. Wie der Amazon-Gründer und Chef am Dienstag bekannt gab, ist der europäische Satelliten-Betreiber Eutelsat der erste Kunde seiner Raumfahrfirma Blue Origin. Damit nimmt das Raketen-Rennen der Milliardäre Fahrt auf.

Weltraum-Raketen sind das neue Hobby der amerikanischen Milliardäre. Außer Bezos investiert auch der Tesla-Gründer Elon Musk mit seiner SpaceX in die private Raumfahrt. Musk setzt dabei vor allem auf den Tourismus und will Ende 2018 die ersten zwei Privatpersonen den Mond umrunden lassen. Langfristig will Musk Menschen sogar zum Mars schicken. Auch der britische Milliardär Richard Branson mischt mit seiner Virgin Galactic im All-Tourismus mit.

Schon im Jahr 2000 hat Jeff Bezos sein Raumfahrt-Unternehmen Blue Origin gegründet. Mit dem Abkommen mit Eutelsat könnte der Weg geebnet sein für weitere Satellitenbetreiber. Im Jahr 2021 soll Blue Origin den ersten Satelliten in die Umlaufbahn bringen.

Raumfahrt-Katastrophen

22. März 1961

Kurz vor dem ersten russischen Raumflug kommt der Kosmonaut Walentin Bondarenko beim Training in einer Isolationskammer des Moskauer Instituts für Raumfahrtmedizin ums Leben. Ein mit Alkohol getränkter Wattebausch hatte sich entzündet und die mit reinem Sauerstoff gefüllte Kammer in Brand gesetzt.

27. Januar 1967

Bei einem Bodentest der US-Raumkapsel Apollo 1 am Raketenstartplatz Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) verbrennen drei amerikanische Astronauten. Ein Funke hatte die Kapsel in Brand gesetzt.

24. April 1967

Der sowjetische Kosmonaut Wladimir Komarow zerschellt nach der Rückkehr aus dem Weltraum mit seinem Raumschiff Sojus 1 auf der Erde. Das Fallschirmsystem hatte versagt.

29. Juni 1971

Die dreiköpfige Besatzung des sowjetischen Raumschiffes Sojus 11 wird bei der Rückkehr von der Saljut-Raumstation tot in ihrer Kapsel aufgefunden. Bei der Landung hatte der Druckausgleich der Kapsel versagt.

18. März 1980

Eine Wostok-2M-Rakete explodiert beim Betanken direkt auf der Startrampe des russischen Weltraumbahnhofs Plessezk. 48 Menschen sterben.

28. Januar 1986

Nur 73 Sekunden nach dem Start explodiert die US-Raumfähre Challenger und stürzt in den Atlantik. Alle sieben Astronauten kommen ums Leben. Unglücksursache: eine fehlerhafte Dichtung zwischen Segmenten einer Antriebsrakete.

15. Februar 1996

Eine chinesische Rakete des Typs CZ-3 kommt kurz nach dem Start vom Kurs ab und stürzt in ein Dorf. Bei der Explosion sterben nach offiziellen Berichten sechs Menschen, inoffizielle Quellen sprechen von bis zu 500 Toten.

1. Februar 2003

Die Raumfähre Columbia bricht während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre auseinander. Alle sieben Astronauten an Bord sterben. Ursache der Katastrophe: Beim Start war ein Stück Schaumstoff vom Außentank abgerissen und hatte die Hitze-Isolierung des Spaceshuttles beschädigt.

22. August 2003

Eine brasilianische Trägerrakete des Typs VLS-1 explodiert auf der Startrampe des Weltraumbahnhofs Alcantara im Norden Brasiliens. 21 Menschen sterben.

Dazu will Eutelsat die neue New Glenn Rakte nutzen, die nach dem Astronauten und späteren Senator John Glenn benannt ist. Laut Blue Origin handelt es sich dabei um eine mehrfach verwendbare Rakete, die bis zu 100 Mal ins All fliegen kann. Eutelsats Vorstandsvorsitzender Rodolphe Belmer nannte die Zusammenarbeit mit Blue Origin Teil der „Innovations-Strategie, die Kosten für den Zugang zum Weltraum senkt“.

Bezos ist nach eigenen Angaben vom Weltraum fasziniert, seit er als 5-Jähriger die Mondlandung im Fernsehen verfolgt hat. Daher will er auch nicht nur Satelliten ins All bringen, sondern auch Touristen – und vielleicht sich selbst. Blue Origin will mittelfristig Mondflüge anbieten, die an einem Krater am Südpol des Monds landen sollen.

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Eins scheint klar: Ein Urlaub im All bleibt für Privatmenschen ein teurer Spaß. So schätzen Experten etwa den Preis für ein Ticket zur Mondumrundung auf 80 Millionen bis 100 Millionen Dollar. Das entspricht etwa dem, was die Nasa an die Russen zahlt, wenn ein US-Astronaut zur „ISS“ mitfliegt.

Fast ein Schnäppchen scheinen dagegen die Preise von Bransons Virgin Galactic: Er will die Kunden die Erde aus rund hundert Kilometern Entfernung besichtigen lassen. Der Preis liegt bei 250.000 Dollar und mehr als 600 Menschen stehen schon auf der Warteliste, darunter auch die US-Schauspieler Leonardo DiCaprio und Ashton Kutcher.

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