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16.09.2016

08:25 Uhr

Raumlabor Tiangong 2

China bringt neuen Himmelspalast ins All

China hat hochfliegende Pläne im Weltraum. In wenigen Jahren soll mit dem Bau einer eigenen Raumstation begonnen werden. Den nächsten Schritt auf dem ehrgeizigen Weg hat das Land nun getan.

Vom Weltraumbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi hob die Rakete ab. AP

Start ins All

Vom Weltraumbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi hob die Rakete ab.

JiuquanChina macht einen großen Sprung auf seinem ehrgeizigen Weg zum Bau einer eigenen Raumstation. Mit einem langen Feuerschweif am Nachthimmel brachte eine Rakete vom Typ „Langer Marsch 2F“ am Donnerstag das zweite chinesische Raumlabor „Tiangong 2“ ins All.

Der Start vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi im Nordwesten des Landes verlief „normal“, wie die Bodenkontrolle berichtete. Erfolgreich breitete das Raumlabor wenige Minuten später seine Solarsegel im All aus. Der „Himmelspalast“ soll in einer Umlaufbahn in 393 Kilometer Höhe positioniert werden.

Der Flug des 8,5 Tonnen schweren Raumlabors dient der Vorbereitung für den Bau und Betrieb einer eigenen chinesischen Raumstation, die um 2022 fertig werden soll. Sollte die Internationale Raumstation (ISS) wie vorgesehen 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China danach die einzige Nation mit einem permanenten Außenposten im All. Chinas Raumstation dürfte mit rund 60 Tonnen aber deutlich kleiner sein als die ISS mit ihren 240 Tonnen.

In dem neuen chinesischen Raumlabor können zwei Astronauten länger als im Vorgängermodell leben. Auch hat „Tiangong 2“ eine höhere Ladekapazität und lässt sich erstmals auftanken. Die Astronauten sollen es bequemer haben und sogar Fernsehprogramme von der Erde empfangen können.

Es gibt auch einen zweiten Dockmechanismus und bessere Steuerungssysteme. Die Umlaufbahn ist höher und liegt in einer Entfernung zur Erde, die auch die künftige Raumstation haben dürfte.

Mond und Mars sind das Ziel

Die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Erde verfolgt ein ambitioniertes Raumfahrtprogramm, das auch den Mond und den Mars im Auge hat. Für Oktober ist ein bemannter Raumflug mit zwei Astronauten geplant, die an das neue Raumlabor andocken und darin erstmals sogar 30 Tage arbeiten sollen. Die „Taikonauten“, wie Chinas Astronauten auch genannt werden, sollen medizinische, biologische und physikalische Experimente machen sowie Ausrüstung und Reparaturen testen.

„Es ist die bisher höchste Zahl an Experimenten aller bemannter Flüge“, sagte Vizedirektorin Wu Ping vom bemannten Raumfahrtprogramm laut Nachrichtenagentur Xinhua. Ein kleiner, 40 Kilogramm schwerer „Banxing-2“-Satellit soll das Raumlabor umkreisen. Er soll unter anderem Aufnahmen machen, aber auch vor Weltraumschrott warnen.

Im April 2017 soll das erste Frachtschiff „Tianzhou 1“ (Himmlisches Schiff) folgen, um Material zu liefern und das Raumlabor aufzutanken. Es wird Chinas erster unbemannter, robotergesteuerter Nachschubflug. „Tianzhou 1“ soll auf der neuen, leistungsfähigeren Rakete „Langer Marsch 7“ ins All gebracht werden. Der neue Raketentyp hob im März erstmals erfolgreich vom Raumfahrtzentrum Wenchang in Hainan ab, womit der vierte Weltraumbahnhof in der Nähe des Äquators eingeweiht wurde.

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