Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2005

07:35 Uhr

Kometen-Bombardierung

Die Grafik zeigt, wie die Nasa ein Raumfahrzeug auf den Kometen zurasen lässt.

dpa CAPE CANAVERAL. Die Nasa hat am Mittwoch eine Raumsonde auf Kollisionskurs mit einem Kometen geschickt. Das Raumfahrzeug startete planmäßig kurz vor 20.00 Uhr MEZ in Cape Canaveral (Florida) zum Schweifstern Tempel 1, um ein Loch in ihn zu „schießen“ und der Wissenschaft einen bisher einmaligen Blick in das Innere eines Kometen zu ermöglichen.

Allerdings wird das große Ereignis noch ein halbes Jahr auf sich warten lassen. Nach den Plänen der US-Weltraumbehörde wird die Sonde am 3. Juli ein etwa kühlschrankgroßes kupfernes „Geschoss“ aussetzen, das sich in die Laufbahn des Kometen steuern und genau am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, auf den Himmelskörper prallen soll.

Dabei wird nach Erwartungen der Nasa ein Krater von der Größe eines Stadions entstehen, der dann mit Hilfe der Weltraumteleskope Hubble und Chandra untersucht werden soll. Instrumente an Bord der Sonde sollen außerdem die aus dem Loch geschleuderten Materien analysieren. Die Wissenschaft erhofft sich von der Mission, die nach dem Kinofilm „Deep Impact“ über einen auf die Erde zusteuernden Kometen benannt ist, wichtige Aufschlüsse über die Entstehung des Sonnensystems vor rund 4,5 Mrd. Jahren.

Voraussetzung für erfolgreiche Untersuchungen ist, dass das „Geschoss“ die Sonnenseite des Kometen trifft: Andernfalls können Chandra, Hubble und auch ein neuartiges, extrem scharfes Teleskop an Bord der „Muttersonde“ nicht die erhofften sensationellen Bilder liefern. Der Sonde selbst bleiben für das Fotografieren nur etwa 20 Minuten Zeit: Sie muss rasch das Weite suchen, um dem erwarteten Wirbel von Gestein, Staub und Eis nach der Kollision auszuweichen.

Bei früheren Missionen hatte die Nasa nur die Oberfläche von Kometen erforscht. Diese Außenhülle ist jedoch unter anderem durch die starke Sonneneinstrahlung beeinflusst, denen die Schweifsterne auf ihrer Bahn ausgesetzt sind. Im „Kern“ des Kometen, der vom gebürtigen deutschen Astronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel im 19. Jahrhundert entdeckt wurde, könnten dagegen die ursprünglichen Bausteine für unser Sonnensystem konserviert sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×