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05.12.2011

08:06 Uhr

Raumsonden

Voyagers Blick in die Milchstraße

VonLaura Hennemann
Quelle:Sterne und Weltraum

Die Voyager-Raumsonden haben unser Sonnensystem hinter sich gelassen. Nun können sie eine Spektrallinie messen, die bisher von der Sonnenstrahlung überdeckt wurde.

Künstlerische Sicht auf die beiden Voyager-Raumsonden am Rande des Sonnensystems. Dunkelblau eingezeichnet ist das Gebiet innerhalb des Terminationsschocks, das die Raumsonden inzwischen hinter sich gelassen haben. Nasa/JPL-Caltech

Künstlerische Sicht auf die beiden Voyager-Raumsonden am Rande des Sonnensystems. Dunkelblau eingezeichnet ist das Gebiet innerhalb des Terminationsschocks, das die Raumsonden inzwischen hinter sich gelassen haben.

HeidelbergIn einer Großstadt wird man nie den Sternenhimmel so sehen, wie es von der Wüste aus möglich ist. Ähnlich ergeht es Astronomen, wenn sie eine bestimmte Spektrallinie des Wasserstoffs in unserer Milchstraße messen wollen. Die prominente Lyman-alpha-Linie lässt sich von der Erde aus nicht sehen, denn hier verursacht die Sonne eine störende Lichtverschmutzung. Mittlerweile jedoch sind die im Jahr 1977 gestarteten Raumsonden Voyager 1 und 2 weit genug von der Sonne entfernt, um diese Spektrallinie in unserer Galaxis zu untersuchen.

Die Lyman-alpha-Linie hat eine Wellenlänge von 121,6 Nanometern und entsteht beim Übergang des einzigen Wasserstoffelektrons aus dem ersten angeregten in den Grundzustand. Die Spektrallinie deutet also immer auf ionisierten Wasserstoff hin – und damit auf Gebiete mit aktiver Sternentstehung. Bei der erdgebundenen Beobachtung unserer Galaxis ist jedoch die Nähe zur Sonne problematisch. Lyman-alpha-Photonen, die auch die Sonne kontinuierlich aussendet, werden an neutralen Wasserstoffatomen gestreut und so zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Erde umgelenkt. Gasförmiger Wasserstoff ist im Sonnensystem reichlich vorhanden, sodass dieses gestreute Licht jegliche Lyman-alpha-Strahlung der Milchstraße überdeckt.

In fremden Galaxien ist diese Spektrallinie dagegen leicht zu registrieren. Da sie durch die Expansion des Universums ins Rote verschoben ist, wird sie nicht mehr vom Wasserstoffgas absorbiert oder gestreut. So kann beispielsweise das Weltraumteleskop Hubble die rotverschobene Linie messen und damit auf Regionen der Sternentstehung schließen. Um jedoch unsere Galaxis auf diese Art zu durchleuchten, muss sich ein Messinstrument weit genug von der Sonne entfernen. Mit den beiden Voyager-Sonden, die seit 34 Jahren unterwegs und nun die am weitesten vorgedrungenen Missionen sind, ist dies nun gelungen.

Kommentare (2)

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Domenq

05.12.2011, 08:17 Uhr

Und damit wird auch dem Letzten klar, dass bemannte Raumfahrt ein sinnloses, aber gut bezahltes Beschäftigungsprogramm ist.

Alle Distanzen sind in jedem Fall zu gross; unüberbrückbar für Menschen!

Gott_wuerfelt_nicht

05.12.2011, 10:31 Uhr

Noch 38.0000 Jahre Wartezeit bis zur nächsten Sonne:
http://www.welt.de/wissenschaft/article11817964/Voyager-1-trifft-in-38-000-Jahren-auf-fernen-Stern.html

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