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07.06.2016

09:26 Uhr

Raumstation ISS

Erster Besuch im aufblasbaren Weltraum-Modul

Makellos, aber kalt: Das aufblasbare Wohnmodul der Internationalen Raumstation ISS ist erstmals von Astronauten betreten worden. Einziehen werden die Raumfahrer in ihr neues Hightech-Heim allerdings vorerst nicht.

US-Astronaut Jeffrey Williams im Inneren des aufblasbaren Moduls an der Raumstation ISS. Reuters

Erster Besuch im Beam-Modul

US-Astronaut Jeffrey Williams im Inneren des aufblasbaren Moduls an der Raumstation ISS.

BerlinGut eine Woche nach der Installation eines aufblasbaren Moduls an der Internationalen Raumstation ISS haben erstmals Raumfahrer den neuen Raum betreten. US-Astronaut Jeffrey Williams öffnete am Montag die Tür des Bauteils namens Beam und schwebte hinein, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte.

Das Bauteil sei makellos, aber kalt, gab er zu Protokoll. Kondenswasser könne er nicht entdecken. Zusammen mit seinem russischen Kollegen Oleg Skripotschka, nahm Williams Luftproben, vermaß das Modul und prüfte, ob die Druckluftbehälter entleert sind. In den kommenden Tagen sollen weitere Besuche in Beam folgen, um dessen Ausrüstung und Sensoren zu überprüfen.

Raumstation ISS: Aufblas-Modul im zweiten Anlauf aufgepumpt

Raumstation ISS

Aufblas-Modul im zweiten Anlauf aufgepumpt

Im zweiten Durchgang klappte es: Die Nasa hat das erste aufpumpbare Modul für Astronauten an der Raumstation ISS eingerichtet. Nun müssen Robustheit und Wohnlichkeit der Kammer geprüft werden.

Das Modul wurde von dem Privatunternehmen Bigelow Aerospace im Auftrag der Nasa zu einem Preis von 18 Millionen Dollar (rund 16 Millionen Euro) entwickelt und wird erstmals unter Weltraumbedingungen getestet. Im April war Beam mit einer Rakete des Unternehmens SpaceX ins All gebracht, an die ISS angekoppelt und nach einem vergeblichen Versuch vor gut einer Woche aufgeblasen worden.

Vollständig entfaltet ist Beam etwa vier Meter lang und 3,2 Meter breit und hat damit die Größe eines kleinen Zimmers. Nach den Plänen der Nasa und von Bigelow Aerospace sollen derartige Aufblas-Module einmal als Wohnräume für Astronauten auf dem Mond oder Mars dienen. Ihr großer Vorteil besteht darin, dass sie beim Transport ins All nur wenig Raum brauchen.

Allerdings ist noch ungeklärt, ob ein Modul wie Beam die Astronauten ausreichend vor der hochintensiven Sonnenstrahlung und den extremen Temperaturschwankungen im All sowie vor herumfliegendem Weltraumschrott schützen kann. Im Inneren des Moduls sind deshalb Sensoren installiert, die unter anderem die Strahlung messen.

Während der zweijährigen Testphase sollen ISS-Astronauten das Modul immer wieder betreten, um diese Messdaten auszulesen und den Zustand von Beam zu überprüfen. Falls Beam die Tests besteht, will Bigelow weit größere Wohnmodule dieser Art für die Raumfahrt bauen.

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