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18.02.2011

14:20 Uhr

Raumstation Mir

Legendärer Außenposten im All

VonKarl Urban
Quelle:Spektrum.de

Wer heute an die russische Raumstation Mir denkt, hat wohl vor allem die Pannen vor Augen, durch die die vor 25 Jahren gestartete Station berühmt wurde. Dabei war die Geschichte der Mir tatsächlich eine Erfolgsstory.

Bessere als ihr Ruf: die Raumstation Mir. Die Aufnahme entstand im Jahr 1996. Quelle: ap

Bessere als ihr Ruf: die Raumstation Mir. Die Aufnahme entstand im Jahr 1996.

HeidelbergDie Chronik der Raumfahrt ist voll von großartigen Erstleistungen. Nahtlos reihen sich der Start von Sputnik-1, Juri Gagarins Flug in den Orbit oder Neill Armstrongs "kleiner Schritt" auf dem Mond aneinander. Danach wurde die Raumfahrt alltäglich und die Taten neuer Pioniere verloren an Glanz. Als vor 25 Jahren, am 19. Februar 1986, eine neue sowjetische Raumstation startete, war dies nur ein weiteres Zeichen für den menschlichen Aufbruch ins All und erst einmal kein Grund für große Worte.

Da half es auch nichts, dass sie zum Parteitag der KPdSU in den Weltraum gelangte oder Wissenschaftler sowjetischer und westlicher Raumfahrtinstitute bereits verhandelten, dort enger zusammenzuarbeiten als je zuvor. Doch rückblickend sollte die Mir - bis dahin die größte jemals eingesetzte Raumstation - durch die gemeinsame Forschung vieler Nationen eine neue produktive Phase der bemannten Raumfahrt einläuten.

Mit Alexander Wolkow und Sergej Krikaljow starteten im Jahr 1991 die beiden letzten noch sowjetischen Kosmonauten zur damals erst halb fertig gestellten Mir (russisch: Frieden, Welt oder Universum). Sie kehrten nach einigen Monaten und mit Verspätung in einen anderen, maroden Staat zurück: Die Sowjetunion war Geschichte, das neue Russland verfügte kaum mehr über die nötigen Mittel für die Raumfahrt. Das Schicksal der Mir stand in den Sternen: Der wichtigste Startplatz für Kosmonauten und Weltraumfrachter - Baikonur - lag plötzlich im kasachischen Ausland, das für die Unterstützung entlohnt werden wollte.

"In dieser kritischen Phase trug Geld aus dem Westen sicher zum Überleben bei", sagt Uwe Rätsch, Autor eines der wenigen deutschsprachigen Fachbücher zur Mir. Denn alle ausländischen Partner kamen für die Kosten ihrer Raumfahrer selbst auf. Neben Astronauten aus Frankreich und Österreich flog 1992 der Pfälzer Klaus-Dietrich Flade nur sieben Monate nach dem Zerfall der Sowjetunion als erster Deutscher zur Mir.

Die russische Raumfahrt ließ sich somit durch fiskalische Wirren kaum vom Kurs abbringen. Stattdessen öffnete sie sich nun umso mehr den alten Konkurrenten, die gerne an den jahrzehntelangen Erfahrungen russischer Ingenieure mit Raumstationen teilhaben wollten.

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