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09.05.2014

12:48 Uhr

Rechenschwäche Dyskalkulie

Dem fahrenden Zug hinterherlaufen

Schätzungsweise vier Millionen Menschen in Deutschland kämpfen mit Dyskalkulie, einer angeborenen Rechenstörung, die Betroffene ein Leben lang begleitet. Sie kommen mit einfachsten Rechenoperationen nicht klar.

Wer unter Dyskalkulie leidet, kommt mit einfachsten Rechenoperationen wie Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren nicht klar. dpa

Wer unter Dyskalkulie leidet, kommt mit einfachsten Rechenoperationen wie Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren nicht klar.

Erfurt/BerlinZum Einkaufen zieht der Berliner Helge Pfeffer immer mit dem Taschenrechner los. Ohne die elektronische Rechenhilfe könnte er die Summe, die er bezahlen muss, nicht abschätzen. „Im Kopf überschlagen, das funktioniert gar nicht“, beschreibt der 22-jährige Fremdsprachensekretär sein Problem mit Zahlen und Rechnen, das er seit seiner Kindheit hat. Pfeffer kämpft mit Dyskalkulie, einer angeborenen Rechenstörung, die die Betroffenen ein Leben lang begleitet.

In Deutschland ist das Phänomen gar nicht so selten. Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) geht von vier Millionen Betroffenen aus. Wer eine Dyskalkulie hat, kommt mit einfachsten Rechenoperationen wie Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren nicht klar.

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Betroffenen gehe das Verständnis für die sich hinter Zahlen verbergenden Mengen- oder Entfernungsangaben völlig ab, erläutert Verbandsgeschäftsführerin Annette Höinghaus. „Das ist, wie wenn man eine Fremdsprache nicht versteht.“

Im Alltag macht das zum Beispiel Schwierigkeiten, Fahrpläne zu interpretieren, Kaufangebote zu checken oder den Kontostand einzuschätzen. Beim Einkaufen behelfen sich Betroffene meist mit der EC-Karte – um Problemen mit Wechselgeld zu entgehen. Auch die Uhrzeit ist oft eine Hürde. Helge Pfeffer zum Beispiel kommt nur mit einer klassischen Uhr mit Zeiger einigermaßen klar.

Hinweis auf eine Dyskalkulie kann es nach BVL-Angaben sein, wenn Kinder auch Jahre nach dem Schuleintritt noch mit den Fingern zählen und überdurchschnittlich lange über einfachen Aufgaben brüten. Bei Helge Pfeffer wurden Eltern und Lehrer stutzig, weil er als Zweitklässler Zahlen spiegelverkehrt schrieb. Ein Test beim schulpsychologischen Dienst ergab die Diagnose Dyskalkulie.

„Meine Eltern haben sich bemüht, schnellstmöglich eine Lösung zu finden“, erinnert sich der junge Mann. Sie hätten viel Geld in Nachhilfeunterricht gesteckt. Doch das habe wenig gebracht. „Ich habe das Gefühl, dass ich immer dem fahrenden Zug hinterhergelaufen bin.“

Kommentare (1)

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09.05.2014, 14:34 Uhr

"Sie wünscht sich auch, dass die Mathematiknoten bei Dyskalkulie-Schülern einen geringeren Stellenwert im Notendurchschnitt bekommen. Oder dass die Schulen bei ihnen gänzlich auf Mathematiknoten verzichten."
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"Nachteilsausgleich", wenn ich das schon wieder lese. Mal wieder Sonderrechte plus geschönte oder keine Noten? Wenn es bei Mathe nur für eine 5 reicht, dann ist das eben so und in Hinblick auf spätere Bewerbungen um Arbeits- oder Studienplätze gehört das auch auf's Tapet resp. ins Zeugnis.
Das Leben ist kein Ponyhof und kein Wünschdirwas. Man kann nicht, mit Verlaub, jeden, bei dem es eigentlich nicht langt, zum Abitur tragen, auch wenn die grünroten Gutmenschen (besonders in Berlin, Bremen, NRW unc Co.) das gerne so hätten. Ein Abitur soll immer noch eine Qualifikation sein, um ein Studium zu beginnen. Oder heute nicht mehr? Sieht fast so aus!
Es müssen nicht gleich 4-dimensionale Schrödingergleichungen in Polarkoordinaten oder elliptische Integrale sein, aber ordentliche Mathematikkenntnisse, auf denen man aufbauen kann, gehören beim Abi nun mal zum Standard, auch wenn man sich nicht auf naturwissenschaftliche Fächer spezialisiert hat..

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