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29.01.2004

11:10 Uhr

Reise dauert zehn Jahre

Esa-Roboter soll auf Kometen landen

Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt wollen die Europäer auf einem Kometen landen, der mit einer Geschwindigkeit von 135 000 Stundenkilometern durch das All rast.

HB PARIS/DARMSTADT. Am 26. Februar startet von der Bodenbasis Kourou in Französisch Guayana die „Rosetta“-Mission der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Das 770 Millionen Euro teuere Vorhaben soll helfen zu erklären, wie das Sonnensystem entstand und auf der Erde Leben entstehen konnte. Ziel der rund drei Tonnen schweren Raumsonde, die von einer Ariane-5-Rakete in den Weltraum geschossen wird, ist der Komet Tschurjumow-Gerasimenko.

Bis die Raumsonde den Kometen erreicht, werden mehr als zehn Jahre vergehen. Sie muss eine Distanz zurücklegen, die der Entfernung zwischen Erde und Jupiter entspricht. Für diese Reise reicht die Schubkraft einer Ariane 5 nicht aus. Daher muss die Sonde vier Mal durch Vorbeiflüge an Planeten zusätzlichen Schwung holen. Im Frühjahr 2014 ist es dann so weit. In einem Abstand von 675 Millionen Kilometer zur Sonne wird das Raumschiff nach Angaben der Esa den Kometen erreichen.

Dann soll die Sonde für rund sechs Monate Tschurjumow-Gerasimenko umkreisen und von allen Seiten fotografieren. Spezialkameras und Spektrometer sollen Aufschluss über Dichte, chemische Zusammensetzung und Temperatur des Kometen geben. Im November 2014 wird „Rosetta“ dann aus einer Höhe von einem Kilometer einen kompakten Landeroboter abwerfen. Da die Anziehungskraft gering ist, wird eine Harpune in den Boden geschossen, um zu vermeiden, dass der Landeroboter nach dem Aufsetzen direkt wieder herunter fällt. Die Landeeinheit soll anschließend Bohrungen vornehmen, Bodenproben nehmen und diese analysieren.

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