Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2014

09:45 Uhr

Rekord-Atomuhr

Fünf Milliarden Jahre sekundengenau

Extrem präzise Uhren sind für viele Anwendungen wichtig – zum Beispiel für die Navigation oder die elektronische Kommunikation. Forscher haben jetzt eine Rekord-Atomuhr entwickelt.

Neue Experimental-Atomuhr: Ihre „Pendelschläge“ weichen im Mittel nur einige billiardstel Promille voneinander ab. dpa

Neue Experimental-Atomuhr: Ihre „Pendelschläge“ weichen im Mittel nur einige billiardstel Promille voneinander ab.

BoulderWissenschaftler haben nach eigenen Angaben die genaueste Uhr der Welt entwickelt. Die Rekord-Atomuhr gehe erst nach fünf Milliarden Jahren um eine Sekunde falsch, berichten die Entwickler vom US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) und der Universität von Colorado im britischen Fachblatt „Nature“. Die sogenannte Strontium-Gitteruhr übertreffe mit ihrer Genauigkeit den bisherigen Rekordhalter um 50 Prozent, erläuterte das Institut in einer Mitteilung.

Die experimentelle Anlage tickt nicht nur besonders genau, sondern auch besonders gleichmäßig, wie die Forscher um Jun Ye vom gemeinsamen Labor JILA des NIST und der Universität von Colorado in Boulder erläutern. Ihre „Pendelschläge“ weichen im Mittel nur einige billiardstel Promille voneinander ab. Die Strontium-Gitteruhr sei die erste Atomuhr, die den Weltrekord sowohl für Genauigkeit als auch für Gleichmäßigkeit halte.

Extrem präzise Uhren sind wichtig für zahlreiche praktische Anwendungen von Navigation über Erdvermessung bis hin zur elektronischen Kommunikation. Außerdem überprüfen Forscher damit, ob sich Naturkonstanten oder Naturgesetze womöglich mit der Zeit ändern. Der bisherige Standard für die Atomzeit sind Cäsiumuhren. Bei diesen wird die Zeit über die regelmäßigen Schwingungen von Cäsiumatomen gemessen.

Die in der neuen Uhr verwendeten Strontiumatome schwingen sehr viel schneller, etwa 430 Billionen Mal pro Sekunde, was eine genauere Messung ermöglicht. Der Taktgeber der JILA-Uhr besteht aus einigen tausend tiefgekühlten Strontiumatomen, die in ungefähr hundert pfannkuchenförmigen optischen Gittern gefangen sind und per Laser zum Schwingen angeregt werden. Die Schwingungen werden gezählt und damit die Zeit gemessen.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

graintrader

23.01.2014, 10:20 Uhr

Ist da Garantie drauf und wenn ja, an wenn muss ich mich in drei Milliarden Jahren wenden, wenn sie doch zwei Sekunden nachgeht ?

glaubesowiesoalles

24.01.2014, 12:12 Uhr

ist die so alt oder haben die scotti in die zukunft gebeamt um nachzuprüfen?

Jaja, nun kommen wieder schlauberger und sagen das kann man ausrechnen. :-)))

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×