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19.09.2012

14:22 Uhr

Religionsgeschichte

Papyrus befeuert Debatte über Ehe von Jesus

Ein vergilbter Papyrus-Fetzen aus dem vierten Jahrhundert lässt Spekulationen über das frühe Christentum aufkommen. Einige Urchristen glaubten offenbar an Heirat von Jesus.

Dieses Papyrus-Fragment aus dem 4. Jahrhundert enthält die ominöse Textpassage. dapd

Dieses Papyrus-Fragment aus dem 4. Jahrhundert enthält die ominöse Textpassage.

RomWar Jesus verheiratet? Einige frühe Christen gingen offenbar davon aus. Die Wissenschaftlerin Karen King von der Harvard Divinity School Text hat einen alten koptischen Text untersucht, in dem es einen Hinweis auf eine Ehefrau Christi geben könnte. Ihre Ergebnisse stellte sie jetzt auf einem Kongress in Rom vor.

In dem in koptischer Sprache verfassten 3,8 mal 7,6 Zentimeter großen Dokument heißt es in einem Dialog: „Jesus sagte zu ihnen, 'meine Frau'...“. Die Frau, auf die sich das Zitat bezieht, identifizierte King als „Maria“. Demnach sagt Jesus in den folgenden Zeilen, in denen er mit seinen Jüngern diskutiert, Maria könne sein Jünger sein.

Seit den Anfängen des Christentums gibt es eine Debatte darüber, ob Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war und ob er einen weiblichen Jünger hatte. King sagte, das Dokument belege nicht, dass Jesus verheiratet gewesen sei, doch gebe es Hinweise auf das Verhältnis der frühen Christen zu Familie, Sexualität und Heirat.

Das Christentum habe stets nur die Stimmen weitergetragen, die meinten, Jesus sei niemals verheiratet gewesen. Dieser Text zeige nun, „dass einige Christen anders dachten“, so die Forscherin. Die Debatte über Jesus' Verhältnis zum anderen Geschlecht ist bis heute aktuell wenn es beispielsweise darum geht, ob Frauen zum Priester geweiht werden dürfen.

Das Dokument aus dem 4. Jahrhundert gehört einem privaten Sammler, der Kontakt mit King aufgenommen hatte. Über den Ort, an dem es gefunden wurde, ist bislang nichts bekannt. Kings Untersuchungen ergaben aber, dass es aus Ägypten stammen könnte. Die Forscherin vermutet, dass der Text Teil einer Abschrift eines ursprünglich in Altgriechisch verfassten Evangeliums aus dem zweiten Jahrhundert sein könnte.

Kritiker warnen allerdings, die ungewisse Herkunft des Dokuments solle zur Vorsicht mahnen. Der Text gebe keine Gewissheit darüber, dass die Autoren glaubten, Jesus sei verheiratet gewesen.

Von

dapd

Kommentare (5)

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toeasyway

19.09.2012, 15:51 Uhr

Da gebe ich den Kritiker Recht. Was wäre, wenn die Frauen plötzlich im Himmel auftauchten ohne Einladung? Da würde der liebe Gott ganz schön dumm gucken und sein Sohn kriegte Ärger.

Insgesamt sind das alles sehr fruchtbare Diskussionen um den Stifter der Monotheismen. Im nächsten Schritt sollte Kopernikus Nachlaß ruiniert werden, die Erde zur Scheibe erklärt, Kopernikus exkommuniziert und sein Name in alle Ewigkeit aus den Analen getilgt. Amen.

Eine Welt ohne Moses mag sich heute niemand mehr vorstellen. Die Menschheit vereinigt im Glauben atmet auf, besonders der Papst.

Account gelöscht!

19.09.2012, 17:04 Uhr

Ich gehe schon lange davon aus, dass Jesus verheiratet war.

1. In der Bibel steht meines Wissens nirgends, dass er nicht verheiratet war

2. Jesus wurde als Rabbi angesprochen. Damals und auch heutenoch hat ein Rabiner verheiratet zu sein.
Wäre er also nicht verheiratet gewesen, dann hätten ihm seine Gegner dies mit Sicherheit ganz massiv vorgeworfen und dann könnte man diese Vorwürfe, wie so viele andere auch, in den Evangelien nachlesen

Account gelöscht!

02.11.2012, 11:20 Uhr

Die Christliche Religion, wie sie sich heute präsentiert ist ein Gemisch, desses Wahrheitsgehalt äußerst fragwürdig ist.

Viele Thesen wurden einfach auf vatikanischen Konzilen per Abstimmung festgelegt. Außerdem wurde auch diese Religion unzählige Masse aus machtpolitischen Gründen instrumentalisiert und zurechtgebogen.

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