Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.10.2012

09:12 Uhr

Rettungszüge

Nothelfer auf der Schiene

Ein Personenzug verunglückt bei hohem Tempo in einem Tunnel - ein Schreckensszenario. Für solche Notfälle hält die Bahn spezielle Rettungszüge bereit: Spätestens fünf Minuten nach dem Alarm müssen sie einsatzbereit sein.

Der Tunnelrettungszug 4 im Hauptbahnhof Kassel. Sechs dieser Züge sind in Deutschland stationiert. dpa

Der Tunnelrettungszug 4 im Hauptbahnhof Kassel. Sechs dieser Züge sind in Deutschland stationiert.

KasselEr wartet und wartet und wartet - auf den Ernstfall. In Kassel steht ein sogenannter Rettungszug, gebaut für Bahnunfälle in Tunneln auf der Schnellfahrstrecke zwischen Hannover und Würzburg. Seit mehr als 20 Jahren betreibt die Bahn den Zug, wartet ihn und hält ihn in Schuss. Zwei Lokführer sind an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden in Bereitschaft und im Notfall innerhalb von fünf Minuten abfahrbereit.

Einen richtigen Einsatz hatte der Zug aber noch nie - glücklicherweise, wie Dirk Brill, Leiter des Notfallmanagements der DB Netz AG in Kassel sagt. So geht es auch den „Kollegen“ des Kasseler Zuges.

Insgesamt sind in Deutschland sechs dieser Rettungseinheiten stationiert. Sie stehen außer in Kassel noch in Hildesheim, Fulda, Würzburg und für die Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart in Mannheim und Kornwestheim bei Stuttgart.

Kein Rettungszug musste bislang zu einem richtigen Notfall mit Toten oder Verletzten ausrücken. Der Kasseler Zug etwa half bisher bei einem Unfall mit einer Schafherde vor einem Tunnel und bei einem brennenden Güterwaggon.

„Die Gefahr einer Entgleisung im Tunnel ist sehr gering“, heißt es bei der Bahn. Die Kosten aber nicht: Allein der Unterhalt für die sechs Züge kostet die Bahn rund zwölf Millionen Euro pro Jahr. Gerade hat die Bahn sieben neue Rettungszüge für rund 80 Millionen Euro in Auftrag gegeben. Sie sollen die alten ersetzen, einer ist als Reserve gedacht.

„Der Zug ist dafür entwickelt, Rettungstechnik in den Tunnel und Verletzte herauszubringen“, berichtet Brill von der DB Netz AG. Zudem ist durch permanenten Überdruck innen ein sicherer Rückzugsraum, wenn draußen giftiger Rauch oder Feuer entsteht.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Thomas-Melber-Stuttgart

18.10.2012, 11:27 Uhr

Dürfte aber in den S21-Tunnels nicht eingesetzt werden, da dort Dieseltraktion in jedem Fall verboten ist.

jojo81

18.10.2012, 12:05 Uhr

Die S21-Tunnel haben eine sog. feste Fahrbahn - ist für Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeuge wie eine normale Strasse befahrbahr... Tatsächlich ist es schneller, wenn die Feuerwehr mit den Fahrzeugen einfach in den Tunnel fahren kann, asl wenn man auf einen Rettungszug wartet ;)

Helene

18.10.2012, 14:53 Uhr

und wie lange würde es bei S 21 daueren bis der erste Tropfen Wasser zur Branklöschung fließt? Soweit ich mich noch erinnere 45 Minuten. Da hilft es gar nichs wenn die Rettungskräfte schnell vor Ort wären.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×