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18.03.2012

09:27 Uhr

Riesen-Teleskop SKA

Kampf der Kontinente um ein Milliardenprojekt

Es wird die größte Teleskopanlage der Welt. Demnächst entscheidet sich, wo das „Square Kilometre Array“ stehen wird. Südafrika konkurriert mit Australien um das prestigeträchtige Milliarden-Projekt.

Ein Wald von Teleskopen soll Astronomen eine Zeitreise bis nahe an den Urknall ermöglichen. Wo das Riesenteleskop SKA gebaut wird, steht noch nicht fest. dpa

Ein Wald von Teleskopen soll Astronomen eine Zeitreise bis nahe an den Urknall ermöglichen. Wo das Riesenteleskop SKA gebaut wird, steht noch nicht fest.

Kapstadt/SydneyAlle beteuern, es gehe nur um die Wissenschaft: Das „Square Kilometre Array“ (SKA) soll 50-mal sensitiver und 10.000-mal schneller arbeiten als die derzeit besten Teleskope. Es wird fast bis zum Urknall zurück ins Universum blicken, Millionen Galaxien abbilden und Mysterien des Alls klären helfen, die jetzt noch unlösbar scheinen. Doch abseits der Wissenschaftswelt tobt ein hochpolitisches Ringen zwischen Südafrika und Australien um den künftigen Standort der größten Teleskopanlage der Welt.

Die Australier schickten vor kurzem ihren Wissenschaftsminister nach Peking und Rom, um die Vorzüge „des politisch und wirtschaftlich sicheren Standorts“ Australiens und seines Projektpartners Neuseeland zu preisen. Der Vize-Wissenschaftsminister Südafrikas, Derek Hanekom, reiste nach China, „um die bilaterale Zusammenarbeit in der Radioastronomie zu intensivieren“, wie das Ministerium schrieb.

Südafrika und die acht afrikanischen SKA-Partnerstaaten Namibia, Kenia, Ghana, Sambia, Madagaskar, Mosambik, Mauritius und Botsuana fürchten, dass sich die Wissenschaftswelt aus politischem Misstrauen gegen Afrika entscheiden könnte. Eine Niederlage würde als „koloniale Arroganz“ und „Misstrauen der Welt gegenüber Afrika“ interpretiert, sagen Experten in Kapstadt.

Vize-Minister Hanekom hat keine Illusionen: „Unser größtes Problem ist unser Image“. Die Wissenschaftswelt traue Afrika trotz erstklassiger Universitäten wie der in Kapstadt und Johannesburg wenig zu.

Demnächst wollen die SKA-Mitgliedstaaten - darunter die Niederlande, Italien, Großbritannien und China - ihre Entscheidung über das 1,5 Milliarden-Euro-Projekt bekanntgeben. Genannt wurde der 4. April, bestätigen wollten die SKA-Organisation mit Hauptsitz im britischen Manchester dies aber nicht. Völlig gesichert ist das Projekt finanziell ohnehin noch nicht. Deutschland gehört offiziell noch nicht zu den 20 beteiligten Ländern, die USA hatten sich 2010 vom SKA-Projekt verabschiedet.

Kommentare (1)

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loehnsberg

18.03.2012, 10:16 Uhr

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