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13.01.2005

22:50 Uhr

Forschung + Medizin

Riesenkalmar in Stralsunder Museum

Ein Meeresbewohner der Superlative - ein Riesenkalmar - ist von diesem Sonntag an erstmals in Deutschland im Meeresmuseum Stralsund zu sehen. Das Haus erwarb den im August 2003 vor Neuseeland gefangenen sechs Meter langen Kalmar und zeigt ihn nun als Präparat in einer Spezialvitrine.

dpa STRALSUND. Ein Meeresbewohner der Superlative - ein Riesenkalmar - ist von diesem Sonntag an erstmals in Deutschland im Meeresmuseum Stralsund zu sehen. Das Haus erwarb den im August 2003 vor Neuseeland gefangenen sechs Meter langen Kalmar und zeigt ihn nun als Präparat in einer Spezialvitrine.

Wie das Museum am Donnerstag mitteilte, war der Tintenfisch, ein geschlechtsreifes junges Männchen mit einem Gewicht von 49 Kilogramm, Fischern als Beifang ins Netz gegangen. Riesenkalmare geisterten seit Jahrhunderten durch Mythen und Seefahrergeschichten, sagte der Tintenfisch-Spezialist Volker Miske vom Zoologischen Institut der Universität Greifswald. Aber noch kein Mensch habe das Tier lebendig in seinem Lebensraum, der Tiefsee, gesehen. Bislang gebe es rund 200 Nachweise von Riesenkalmaren weltweit. Die meisten dieser Tiere seien jedoch gefunden, vermessen und wieder weggeworfen worden.

Der größte bekannte Kalmar habe vom Körperende bis zur Spitze der Tentakel knapp 17 Meter gemessen. „Alle größeren Angaben sind zweifelhaft“, sagte Miske. Die etwa auf der Haut von Pottwalen entdeckten untertassengroßen Narben von Saugnäpfen seien kein seriöser Hinweis auf die Größe des Tintenfisches. Vielmehr seien die angegriffenen Pottwale und mit ihnen die Narben gewachsen.

Die Forschung zu den Riesenkalmaren stecke noch in den Anfängen, sagte Miske. „Wir wissen noch nicht, ob es eine Art oder drei Arten gibt.“ Daher sei der genauestens vermessene Stralsunder Kalmar von großem Wert für die Wissenschaft. Nach Angaben des Stralsunder Meeresbiologen Götz Reinicke sind weltweit nur 20 Tiere in einem so guten Zustand, dass sie in Museen gezeigt werden können. In Europa besäßen nur fünf Museen einen Riesenkalmar. Neben dem Präparat in Stralsund geben Texte, Fotos und Grafiken einen Einblick in die Welt des Tiefseeriesen.

Das Meeresmuseum Stralsund ist das größte Naturkunde-Museum und mit jährlich mehr als 600 000 Besuchern das meistbesuchte Museum in ganz Norddeutschland.

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