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12.10.2011

13:10 Uhr

Röntgensatellit Rosat

Ein Star fällt vom Himmel

Nur wenige Wochen nach dem Satellit UARS wird in wenigen Tagen erneut ein künstlicher Himmelskörper auf die Erde stürzen. Einst ein Star der Forschung, geht es jetzt mit „Rosat“ in rasantem Tempo abwärts.

Nach mehr als 20 Jahren im All wird Rosat in wenigen Tagen auf die Erde stürzen. dpa

Nach mehr als 20 Jahren im All wird Rosat in wenigen Tagen auf die Erde stürzen.

KölnEr war viele Jahre ein künstlicher Mega-Star am Himmel, doch nun wird er tief fallen. Der Röntgensatellit Rosat soll nach Prognosen zwischen dem 20. und 25. Oktober unkontrolliert in Richtung Erde abstürzen.

Die Experten vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) glauben nicht, dass es gefährlich wird für irgendjemanden auf dem Globus. „Wir gehen davon aus, dass nichts passiert. Aber wenn doch ein Schaden entsteht, steht das DLR zu seiner Verantwortung“, sagt Vorstandschef Johann-Dietrich Wörner. Die Chancen liegen etwa bei 1 zu 600, dass Trümmerteile von Rosat in Deutschland zu Boden gehen.

Die deutsch-britisch-amerikanische Rosat-Mission war ein leuchtender Stern für die Astronomie. Als der knapp 2,5 Tonnen schwere Satellit im Juni 1990 von Florida aus ins All startete, konnten die Forscher erstmals den gesamten Himmel mit einem abbildenden Teleskop auf Quellen von Röntgenstrahlen absuchen. „Rosat war ein unglaublich erfolgreicher Satellit“, so Wörner.

Er lieferte die ersten Röntgenbilder vom Mond, fing Röntgenstrahlen von Kometen ein, beobachtete Neutronensterne und Galaxien, entdeckte Schwarze Löcher und Überreste von Supernova-Explosionen. Rosat übertraf alle Erwartungen. Die Mission trug dazu bei, unser Universum besser zu verstehen. 4000 Forscher aus 24 Ländern nutzten Rosat.

Das damals größte Röntgenteleskop sollte 18 Monate arbeiten, hielt aber bis Februar 1999 durch. Dann fielen die Messinstrumente aus und der Satellit mit den Maßen 2,20 mal 4,70 mal 8,90 Metern wurde abgeschaltet. „Rosat hat keinen Antrieb und kann nicht mehr kommandiert werden. Wir haben keine Möglichkeit, ihn gezielt zur Erdoberfläche zurückzuführen“, so der Radioastronom Roland Gräve. Ob die bis zu 30 Trümmerteile nun im Meer versinken, auf einem Acker einschlagen oder spurlos verschwinden, kann daher niemand voraussagen. 

Kommentare (1)

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ebrav

12.10.2011, 21:08 Uhr

wörner!! noch bei sinnen?? ich würde den ganzen schrott bei meinem alteisenhändler für ein paar euronen sicher locker los! nicht anfassen??

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