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24.09.2012

22:24 Uhr

Russland und Uganda

Neue Forschungsmethode entlarvt Wahlbetrug

Bisher hat es oft nur Vermutungen über Unregelmäßigkeiten bei Wahlen gegeben. Ein Wiener Forschungsteam hat jetzt eine neue Methode entwickelt, um Wahlbetrug nachzuweisen. Dabei kommen Russland und Uganda schlecht weg.

Wiener Forscher können feststellen, ob es bei einer Wahl mit rechten Dingen zuging. dpa

Wiener Forscher können feststellen, ob es bei einer Wahl mit rechten Dingen zuging.

WienMit einer neuen Analyseart von Auszählergebnissen können Wiener Forscher Wahlbetrug nachweisen. Russland und Uganda überführten sie schon, große Organisationen wenden die neu entwickelte Technik allerdings noch nicht an. Stefan Thurner und Peter Klimek von der Medizinischen Universität Wien checken mit statistischen Methoden Wahlergebnisse und können so mögliche Manipulation feststellen, berichten die Forscher in den „Proceedings“ der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften („PNAS“).

Das Modell der Forscher funktioniert nur, wenn detaillierte Ergebnisse für einzelne Regionen vorhanden sind: Mit den abgegebenen Stimmen für die Parteien und der Anzahl der Wahlberechtigten jedes Wahlsprengels werden Diagramme erstellt.

Optisch gleichen die Auswertungen aus europäischen Ländern oder den USA nur diffusen Wolken, die in der Mitte zweier Achsen angesiedelt sind. Bei starken Abweichungen im Wahlverhalten zeigt sich im rechten oberen Feld des Diagramms eine deutliche Verdichtung. Dies entsteht, wenn bei einer überdurchschnittlich hohen Wahlbeteiligung einheitlich für eine Partei abgestimmt wird - ein Hinweis, das etwas nicht stimmen kann.

Die Forscher unterscheiden zwei Formen des Wahlbetrugs: Beim sogenannten „Ballot Stuffing“ gibt es mehr abgegebene Stimmen als Wahlberechtigte, die alle für dieselbe Partei stimmen. Beim „Extreme Fraud“ wird dagegen am Ende des Wahltages die gesamte Kiste mit vorgefertigten Stimmzetteln ausgetauscht. „Wenn wir Abweichungen entdecken, heißt es natürlich nicht, dass es zu 100 Prozent einen Betrug gab, aber ab einer gewissen Größe ist es schon sehr außergewöhnlich“, so Thurner.

Kommentare (6)

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Dora

24.09.2012, 23:09 Uhr

"von der Medizinischen Universität Wien checken mit statistischen Methoden Wahlergebnisse"

...und die Glaubwürdigkeit ist hin...

Account gelöscht!

24.09.2012, 23:14 Uhr

Funktioniert das auch bei Bundestagswahlen? Denn an ordentliche Wahlen glaube ich schon lange nicht mehr, ganz abgesehen, von dem nicht gültigen Wahlrecht. Und das Antikorruptionsgesetz wird in Deutschland ja auch nicht ratifiziert.

gehtsnoch

25.09.2012, 07:23 Uhr

Seit der Putin an der Macht ist, werden immer wieder von den Medien Schlagzeilen über Wahlbetrug ohne ein wirklich nachvollziehbares Beleg produziert. Die versprochenen Beweise bleiben einfach aus. Und wie der Artikel zeigt diese "Beweise" werden immer absurder...

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