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31.08.2013

12:14 Uhr

Saharasand auf Reisen

Ungesunder Wüstenstaub

Wissenschaftler sind besorgt über Staubwolken, die alljährlich aus der Sahara über den Atlantik wehen. Das Phänomen gibt es seit Jahrhunderten, doch in letzter Zeit hat sich der Wüstenstaub dramatisch  verändert.

Mehr als 70 Prozent der weltweiten Staubemissionen stammen aus Nordafrika, sagen Wissenschaftler. gms

Mehr als 70 Prozent der weltweiten Staubemissionen stammen aus Nordafrika, sagen Wissenschaftler.

HavannaJeden Sommer wehen von Sandstürmen in der Sahara aufgewirbelte, mikroskopisch kleine Staubpartikel über den Atlantik bis in die Karibik. Die Folgen: Die Sichtweite im Flugverkehr verringert sich auf wenige Kilometer, Asthmatiker geraten vermehrt in Atemnot.

Das Phänomen existiert, seit es Sand in der Sahara gibt. Doch Wissenschaftler in der Region haben ihm zuletzt mehr Aufmerksamkeit gewidmet – denn die Staubwolken sind größer geworden, und ihre Zusammensetzung verändert sich.

In den vergangenen Wochen hat eine besonders umfangreiche Wolke die Inseln der östlichen Karibik mit Staub überzogen. Sie sorgte für dunstigen Himmel und intensiv orangefarbene Sonnenuntergänge bei Havanna auf Kuba, zog über die mexikanische Halbinsel Yucatán und wurde sogar im US-Staat Wyoming gesichtet. Auf Satellitenbildern der Weltraumbehörde Nasa sind die riesigen Wolken auf ihrem Weg von Afrika nach Westen zu sehen, sie bedecken Hunderte Quadratkilometer.

Wissenschaftlern zufolge haben die sporadisch auftretenden Staubmassen möglicherweise Auswirkungen auf das Klima und können sogar die Bildung von Hurrikanen behindern. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa untersucht das Phänomen inzwischen mit unbemannten Drohnen.

Besonders alarmiert sind Experten, weil in den Wolken enthaltene Partikel auch ein Gesundheitsrisiko darstellen könnten. Wegen des Staubs aus Afrika wurden in diesem Jahr in Puerto Rico bereits zwei Mal Warnungen für Asthmatiker und Allergiker ausgesprochen, und auch die Dominikanische Republik erließ eine Warnung.

Feinstaubpartikel in der Luft werden weltweit mit Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht. In Teilen der Karibik, darunter Puerto Rico, sind die Raten von Asthmaerkrankungen hoch. Ein direkter Bezug zwischen dem afrikanischen Staub und höheren Asthma- oder Lungenkrebsraten wurde indes bislang nicht hergestellt.

Kommentare (7)

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forenfux

31.08.2013, 13:43 Uhr

Vor Allem Lustig: Bei diesen Staubwolken kommt die Flugsicherung scheinbar nicht auf die Idee, hektisch großräumige Flugverbote zu erteilen; bei Vulkanasche schon. Dabei dürften beides chemisch recht ähnliche, und vor allem ähnlich harte Partikel sein, die die Triebwerke (leicht) schleifen... Vom DLR "begleitet" ein Flieger sogar die Wolken; scheint also Alles doch auch eine Frage der Konzentration zu sein.

Account gelöscht!

31.08.2013, 15:11 Uhr

ja und nun? Soll ich jetzt nur noch mit Atemschutzmaske vor die Tür gehen?

SamTrucker

31.08.2013, 15:25 Uhr

In Deutschland hat sich der Saharastaub über die Jahrhunderttausende zu meterdicken Bodenschichten aufgetürmt. Diese Böden nennt man "Löß-Böden". Sie sind die besten Böden der Republik und bringen im Vergleich den besten Ertrag. Alles ganz natürlich. Bin gespannt, wann der erste Neurotiker dieses Phänomen zur Katastrophe umdeutet und "Alarm" schreit.

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