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15.06.2012

10:41 Uhr

Schaltsekunde

Eine Sekunde mehr am 1. Juli

Das wird wohl kaum einer bemerken: Genau eine Sekunde mehr Zeit gibt es zur Jahresmitte. In der Nacht zum 1. Juli soll in die Weltzeit eine Schaltsekunde eingefügt werden

Der 1. Juli hat eine Sekunde mehr als alle anderen Tage in diesem Jahr. dpa

Der 1. Juli hat eine Sekunde mehr als alle anderen Tage in diesem Jahr.

BraunschweigDer erste Tag im Juli ist in diesem Jahr eine Sekunde länger als die anderen Tage des Jahres. In der Nacht zum 1. Juli wird in die Weltzeit (UTC) und unsere Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) wieder eine Schaltsekunde eingefügt, wie die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) am Donnerstag in Braunschweig mitteilte. Beschlossen hat die Zusatzsekunde der Internationale Erd-Rotations-Service (IERS) in Paris, hieß es. Es ist bereits die 25. Schaltsekunde seit 1972. Nötig sind die „geschenkten“ Sekunden, weil Sonnen- und Atomzeit nicht exakt gleich sind.

Abgeleitet wird unsere Zeit von hochgenauen Atomuhren. Das Problem ist aber, dass die 1967 festgelegte und bis heute gültige Dauer der Atomsekunde sich an astronomischen Daten vergangener Jahrzehnte orientiert, in denen sich die Erde noch etwas schneller drehte als heute. Dadurch ist eine Sekunde zustande gekommen, die minimal kürzer ist als es der Länge eines Tages - geteilt durch 24 Mal 60 Mal 60 - entspricht. Um Atom- und Sonnenzeit in Einklang zu bringen wurde daher beschlossen, eine Zeitskala mit Schaltsekunden als weltweite Referenzzeit zu nehmen.

Deshalb folgt nun am 1. Juli auf 01.59.59 Uhr MESZ erst 01.59.60 Uhr und dann erst 02.00.00 Uhr. Uhren, die die gesetzliche Zeit anzeigen sollen, müssen also für eine Sekunde angehalten werden. Besitzer von Funkuhren brauchen sich um nichts zu kümmern - die PTB baut die Schaltsekunde in die von ihr verbreiteten Zeitsignale ein.


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