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30.08.2016

14:51 Uhr

Schatz am Meeresgrund

Wem gehört das Gold der „San José“?

Vor über 300 Jahren sank die „San José“ nach einem Gefecht mit englischen Kriegsschiffen. In ihrem Bauch ruht ein milliardenschwerer Schatz. Um das Gold in der Tiefe ringen nun Schatzsucher, Archäologen und Politiker.

Das Gemälde von Samuel Scott zeigt das Seegefecht am 8. Juni 1708.  Bei dem explodierenden Schiff handelt es sich um die San José. (Foto: Wikipedia/gemeinfrei)

Untergang der San José

Das Gemälde von Samuel Scott zeigt das Seegefecht am 8. Juni 1708. Bei dem explodierenden Schiff handelt es sich um die San José. (Foto: Wikipedia/gemeinfrei)

CartagenaVor der Küste Kolumbiens schlummert ein Milliardenschatz. Die spanische Galeone „San José“ sank 1708 nach einer erbitterten Seeschlacht gegen die Flotte des englischen Admirals Charles Wager auf den Meeresgrund – und mit ihr Millionen Gold- und Silbermünzen, Smaragde und wertvolles Geschmeide. Als Wissenschaftler Ende vergangenen Jahres Teile des Wracks vor der Hafenstadt Cartagena entdeckten, war das eine archäologische Sensation.

„Der Fund erlaubt uns, die Handelsrouten zwischen Spanien und seinen Kolonien in Amerika zu verstehen und etwas über die Lebensweise der Menschen und die Schifffahrtstechnik dieser Epoche zu erfahren“, sagt der Leiter der archäologischen Programms an der Universidad Externado de Colombia, José Luis Socarrás.

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Nach über 300 Jahren haben Wissenschaftler ein spanisches Schiff auf dem Meeresboden entdeckt. Im Bauch der „San José“ sollen Goldmünzen und Edelsteine liegen. Ob der Milliardenschatz je gehoben werden kann, ist unklar.

Für Schatzjäger, die auf fette Beute hoffen, hat der Wissenschaftler wenig Verständnis. „Das Wort Schatz existiert in der Sprache der Archäologen gar nicht. Alle Artefakte des Schiffs gehören zum kulturellen Erbe der Kolumbianer und sind damit unveräußerlich“, sagt Socarrás. Dass Schatzsucher ein ganz unwissenschaftliches Interesse an der „San José“ haben, ist jedoch nachvollziehbar: Die Schätzungen zum Wert der Ladung reichen von 3 bis 17 Milliarden US-Dollar.

Wem das Schiff gehört, ist allerdings durchaus umstritten. Gleich nach der Entdeckung der „San José“ meldete Spanien seine Ansprüche an. Madrid pochte auf eine Konvention der Unesco über den Schutz von Gütern auf dem Meeresgrund. Nach diesem Abkommen gehören gesunkene Kriegsschiffe dem Staat ihrer Herkunft. Kolumbien hat die Konvention allerdings nicht unterzeichnet.

Mittlerweile zeigen sich die Spanier versöhnlicher. „Wir sind im Gespräch“, sagte der Leiter des spanischen Kultur-Instituts „Acción Cultural Española“, Miguel Ángel Recio Crespo, Anfang Juli bei einem Besuch in Mexiko. „Ich vertraue darauf, dass wir uns konkret austauschen, wenn die Arbeiten voranschreiten.“

Die Bergung des Wracks ist ausgesprochen kompliziert. „Die Galeone befindet sich in ungefähr 600 Meter Tiefe. Dort kann natürlich kein Mensch hin. Da müssen hoch entwickelte Sensoren und Roboter zum Einsatz kommen“, sagt Archäologe Socarrás. „Die nächste Herausforderung wird die Konservierung der verschiedenen Materialen wie Holz, Metall und Keramik sein. Aber wir verfügen über die die notwendige Technologie.“

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