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02.08.2016

14:48 Uhr

Schneller schlau

Die Selbstentzündung des Misthaufens

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

Plötzlich auftretende Feuer liefern Stoff für Legenden, etwa über spontane menschliche Selbstentzündung. Im Gegensatz zu Menschen kann sich Mist tatsächlich selbst entzünden – und schafft es dann sogar in die Zeitung.

Plötzlich auftretende Feuer liefern Stoff für allerlei Legenden. dpa

Stoff für Legenden

Plötzlich auftretende Feuer liefern Stoff für allerlei Legenden.

Es herrscht Sommerloch – und Teile der USA ächzen unter einer Hitzewelle. Unter diesen Umständen schaffen es brennende Misthaufen sogar in die renommierte Washington Post.

Eine Spielart des berühmten Sacks Reis, mag man meinen – tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch auch ein interessantes biologisch-physikalisches Phänomen, von dem auch hierzulande Landwirte und Hobbygärtner betroffen sein können: die spontane Selbstentzündung organischen Materials.

Feuer benötigt nur die drei Zutaten Hitze, Brenn- und Sauerstoff – sind alle drei ausreichend vorhanden, ist nicht einmal ein Zündholz nötig, um den Brand zu entfachen. Das war auch in dem kleinen Ort Throop bei Syracuse im Bundesstaat New York der Fall, über den die Washington Post berichtete.

Im Pferdemist wimmelt es von mikrobiellem Leben, welches das organische Material zersetzt. Dabei wird Wärmeenergie frei, die Mischung aus Kot und Stroh heizt sich auf. Das Material wurde unter offenem Himmel gelagert, so dass die sommerliche Wärme ebenfalls ihren Beitrag zum Temperaturanstieg beitrug.

Gleichzeitig verdunstete dadurch die Feuchtigkeit im Haufen, die zuvor die Erwärmung dämpfte und einen gewissen Brandschutz leistete. Ohne diesen Puffer und mit Hilfe der gewährleisteten Durchlüftung des Haufens – Sauerstoff! – stiegen die Temperaturen im Inneren rasch auf Werte zwischen 150 und 200 Grad Celsius.

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