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08.07.2016

13:04 Uhr

Schneller schlau

Drei Sonnen bescheinen einen Planeten

Wer Sonnenaufgänge liebt, könnte versucht sein, den Planeten HD 131399Ab zu besuchen. Doch abgesehen davon, dass er das Raumschiff dafür erst noch erfinden müsste, bräuchte er auch noch ein gutes Kühlsystem.

Die Illustration zeigt im Vordergrund den Exoplaneten HD 131399Ab, dahinter seine drei Sonnen. Das exotische Sternsystem befindet sich 320 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Zentaur. (Foto: ESO/L. Calçada/M. Kornmesser)

Planet mit drei Sonnen

Die Illustration zeigt im Vordergrund den Exoplaneten HD 131399Ab, dahinter seine drei Sonnen. Das exotische Sternsystem befindet sich 320 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Zentaur. (Foto: ESO/L. Calçada/M. Kornmesser)

BerlinTatooine, der fiktive Heimatplanet von Luke Skywalker aus der Star-Wars-Saga, ist mit seinen zwei Sonnen am Himmel eine exotische Erscheinung. Noch bizarrer ist allerdings die Welt, die Astronomen der europäischen Südsternwarte ESO jetzt entdeckten: Gleich drei Sonnen bescheinen den Planeten mit der Bezeichnung HD 131399Ab. Ein Beobachter dort würde je nach Jahreszeit entweder durchgehendes Sonnenlicht oder pro Tag drei Sonnenauf- und -untergänge erleben.

Über ihre überraschende Entdeckung berichteten die Forscher aktuell im Wissenschaftsmagazin Science. Bisher hielten Astronomen die Existenz von Planeten mit stabilen Umlaufbahnen in Dreifachsternsystemen für unwahrscheinlich. Denn durch die ständig wechselnde Gravitation der Zentralsterne sollte die Wahrscheinlichkeit groß sein, dass ein Planet irgendwann aus einem solchen System herausgeschleudert wird.

Doch der neu entdeckte Planet schaffte es irgendwie zu überleben. Der Himmelskörper, der sich 320 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Zentaur befindet, besitzt laut ESO die mit Abstand größte bekannte Umlaufbahn innerhalb eines Mehrfachsternsystems. Damit unterscheidet er sich von jedem anderen bisher entdeckten Planeten.

Zudem zählt er zu den wenigen Planeten in fernen Sonnensystemen, die Astronomen bislang direkt abbilden konnten. Im Fall von HD 131399Ab gelang dies mit dem Very Large Teleskope (VLT) der ESO in Chile.

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