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27.10.2014

14:19 Uhr

Der "kluge Hans" beim Lösen einer Rechenaufgabe. Bild: Wikipedia Public Domain

Der "kluge Hans" beim Lösen einer Rechenaufgabe.

Bild: Wikipedia Public Domain

Der Göttinger Mathematiklehrer Wilhelm von Osten (1838-1909) besaß in den Jahren um 1900 herum ein ganz besonderes Pferd, der „kluge Hans“ genannt. Das Tier konnte durch wiederholtes Stampfen mit dem Vorderhuf vermeintlich zählen, addieren, subtrahieren, dividieren, multiplizieren, zehn Farben unterscheiden und sogar lesen, indem es die Stelle des jeweiligen Buchstabens im Alphabet abzählte.

Dabei war Hans kein Zirkuspferd, und konnte seine Tricks auch Fremden vorführen, wenn sein Besitzer nicht dabei war. Neben Zeitungen und Zoologen machte das auch den Psychologen Oskar Pfungst und den Philosophen Carl Stumpf neugierig. Sie untersuchten ab 1904, was es mit den vermeintlichen Rechenfähigkeiten des Tieres Hans auf sich hatte.

Ihre erste Entdeckung: Das Tier zeigte seine verblüffende Kunstfertigkeit nur dann, wenn es den Fragesteller sehen konnte. Zudem versagte Hans immer dann, wenn der Fragesteller die richtige Antwort selber nicht kannte. Gaben die Fragesteller dem Pferd vielleicht irgendwelche Zeichen, damit es wusste, wann es mit dem Hufstampfen beginnen und aufhören musste?

Pfungst entdeckte schließlich, dass beim Fragesteller eine winzige Neigung des Kopfes genügte, um Hans mit dem Stampfen beginnen zu lassen. Ein Heben des Kopfes oder auch nur der Augenbraue reichte dagegen, um den Hufbewegungen ein Ende zu bereiten. Waren die Rechenkünste des Pferdes also nur das Ergebnis eines schlau eingefädelten Komplotts, hinter dem der Besitzer von Hans und einige Helfershelfer steckten?

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