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06.01.2014

13:49 Uhr

Ihrem charakteristischen Rissmuster verdankt die Brotkrustenbombe den Namen. US National Park Service

Ihrem charakteristischen Rissmuster verdankt die Brotkrustenbombe den Namen.

So harmlos, wie der Name vermuten lässt, sind Brotkrustenbomben keineswegs. Denn sie sind das Ergebnis der gewaltigen Kräfte, die unter der Erdoberfläche toben: Brotkrustenbomben stammen aus dem Inneren von Vulkanen und werden bei Eruptionen mit hohem Druck emporgeschleudert.

Die Brotkrustenbombe ist eine besondere Form der vulkanischen Bombe. Mit diesem Begriff bezeichnen Wissenschaftler größere Lavaklumpen, die glühend aus dem Inneren der Feuerberge schießen. Während des Fluges kühlen diese Lavabrocken meist so weit aus, dass die Oberfläche erstarrt. Bei der Brotkrustenbombe entsteht dabei ein typisches Rissmuster, das tatsächlich entfernt an die Risse in einem Brotlaib, den sogenannten Ausbund, erinnert.

Verantwortlich dafür sind Gasblasen im Inneren der Bombe. Sie dehnen sich beim Abkühlen stark aus, so dass die bereits erstarrte Oberfläche des Brockens wieder aufbricht. Brotkrustenbomben sind also typisch für Eruptionen, bei denen Lava mit besonders hohem Gasgehalt freigesetzt wird.

Welche Dimensionen eine solche Bombe annehmen kann, lässt sich etwa im rheinland-pfälzischen Strohn bestaunen. Im Ortskern der im Herzen der Vulkaneifel gelegenen Gemeinde ist eine Brotkrustenbombe von fünf Meter Durchmesser ausgestellt. Der 120-Tonnen-Koloss muss vor Urzeiten gleich mehrmals aus einem Krater in der seinerzeit vulkanisch hoch aktiven Region geschleudert worden sein. Beim Zurückrutschen in den Schlot nahm der Brocken immer mehr Material auf, bis er irgendwann am Kraterrand liegen blieb.

Trotz ihrer feurigen Natur stellen vulkanische Bomben für Menschen meist keine allzu große Bedrohung dar – verglichen etwa mit den rasend schnellen und tödlich heißen Wolken pyroklastischer Ströme. Denn wegen ihres vergleichsweise hohen Gewichts gehen die Bomben üblicherweise nur in der näheren Umgebung von Vulkanen nieder.

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