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16.07.2013

13:37 Uhr

Ihren schlechten Ruf haben Haie nicht verdient, tödliche Begegnungen mit Menschen sind selten. dpa

Ihren schlechten Ruf haben Haie nicht verdient, tödliche Begegnungen mit Menschen sind selten.

Spätestens seit Steven Spielbergs Filmklassiker aus dem Jahr 1975 hat der Weiße Hai den Ruf einer monströsen Fressmaschine. Das Gruselmärchen um den Todesfisch, der sich mit brutaler Beharrlichkeit harmlose Strandurlauber schmecken lässt, hat mit der Realität allerdings nicht viel zu tun.

Statistisch ist die Chance, von  einem Blitz getötet zu werden, ungleich größer als die Gefahr, im Magen eines Raubfischs zu enden. Weltweit werden pro Jahr im Schnitt nur rund 100 Hai-Attacken registriert, von denen etwa fünf Prozent tödlich enden. Das macht jeden einzelnen Todesfall nicht weniger tragisch, relativiert aber doch den schlechten Ruf der Raubfische.

Die wahre Gefahr am Strand lauert sowieso nicht unter, sondern hoch über dem Wasser. Kokosnüsse sind pro Jahr für etwa 150 Todesfälle verantwortlich, wie der kanadische Mediziner Peter Barss Mitte der 80er Jahre in einer Studie mit dem Titel „Verletzungen durch fallende Kokosnüsse“ aufzeigte.

Darin lernen wir unter anderem, dass Kokosnüsse beim Fall aus 25 Meter Höhe auf bis zu 80 Kilometer pro Stunde beschleunigen und beim Aufprall einen Druck von über einer Tonne ausüben. Wer da seinen Kopf nicht rechtzeitig in Sicherheit bringt, hat ziemlich schlechte Karten.

Palmengesäumte Strände, für viele Urlauber der Inbegriff der Südsee-Idylle, sind also in Wirklichkeit potenzielle Todesfallen. Nicht umsonst empfiehlt ein böses Sprichwort der Einheimischen: „Geh mit deiner Schwiegermutter unter Kokospalmen spazieren.“

Unbestritten ist allerdings auch, dass die potenziellen Mordwerkzeuge einen hohen wirtschaftlich Nutzen haben. Neben der Kokosnuss selbst mit ihrem nahrhaften Fruchtfleisch und dem Kokoswasser, das als Trinkwasserersatz dienen kann, sind auch Stamm, Sprossen, Palmwedel und die Fasern der Kokosnussschale kommerziell nutzbar. Durch Pressen des getrockneten Fruchtfleischs der Kokosnuss, Kopra genannt, entsteht zudem das hochwertige Kokosöl.

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