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05.02.2014

14:15 Uhr

Unter der Asche des Vulkans Soufrière Hills versank auch der Friedhof von Plymouth. dpa/picture alliance

Unter der Asche des Vulkans Soufrière Hills versank auch der Friedhof von Plymouth.

400 Jahre lang hatte sich der Vulkan Soufrière Hills kaum gerührt, nur gelegentliche Erdstöße und eine stete Rauchfahne über dem Gipfel signalisierten den Bewohnern der Karibikinsel Montserrat, dass ihr Feuerberg noch nicht endgültig erloschen war. Doch am 18. Juli 1995 war es vorbei mit der trügerischen Ruhe: Der Vulkan erwachte in einer heftigen Eruption und begann ein Zerstörungswerk, dem in der Folge weite Teile der Insel zum Opfer fallen sollten.

Schnell war klar, dass auch die Inselhauptstadt Plymouth von den Eruptionen bedroht sein würde. Nachdem ein besonders heftiger Ausbruch die Stadt mit einem Hagel aus Asche und heißem Gestein überzogen hatte, ordneten die Behörden die Evakuierung der Hauptstadt sowie der gesamten Südhälfte der Insel an.

Zunächst schien es noch so, als könnten die Hauptstädter auf eine Rückkehr in ihre von den Eruptionen schwer gezeichnete Heimat hoffen. Doch eine Serie von Ausbrüchen im Sommer 1997 machte die Region endgültig unbewohnbar: 80 Prozent aller Gebäude von Plymouth wurden dabei zerstört, die Stadt versank unter einer meterdicken Ascheschicht.

Plymouth wurde offiziell für unbewohnbar erklärt – ein Schicksal, das die Stadt mit mehr als einem Dutzend Orte auf der Insel teilte. Dass trotz der gewaltigen Zerstörungen nur 19 Todesopfer zu beklagen waren, spricht für die Vorsorge der Behörden. Doch zwei Drittel aller Insulaner kehrten ihrer unruhigen Heimat im Gefolge der Katastrophe dauerhaft den Rücken.

Den offiziellen Status als Hauptstadt von Montserrat hat Plymouth aber bis heute behalten. Daran änderte bislang auch die Tatsache nichts, dass die Regierung des Inselstaates längst ein neues Domizil gefunden hat: Sie residiert nun in der 1000-Seelen-Gemeinde Brades im Norden der Insel – in halbwegs sicherer Entfernung zum immer noch unruhigen Feuerberg Soufrière Hills.

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