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10.09.2012

11:23 Uhr

Schneller schlau

Welchem Gift-Trick verdankt der Rippenmolch seinen Namen?

VonThomas Trösch

Effektive Amphibien-Waffe - Schneller schlau entführt Sie in die Welt des Wissenswerten.

Ein Meister der Verteidigung: der Rippenmolch. Wikipedia/Peter Halasz

Ein Meister der Verteidigung: der Rippenmolch.

Auch wenn der Spanische Rippenmolch (Pleurodeles waltl) zu den größten Schwanzlurchen Europas zählt, ist er mit seinen rund 30 Zentimetern Körpergröße nicht unbedingt eine ehrfurchtgebietende Erscheinung. Im Gegenteil: Die Liste potenzieller Fressfeinde der auf der iberischen Halbinsel und in Teilen Marokkos anzutreffenden Tiere ist lang.

Wobei die Betonung allerdings auf „potenzieller“ liegen muss. Denn tatsächlich überlegt es sich jeder Beutegreifer gut, ob er bei dem vermeintlich leicht erlegbaren Amphibien-Snack wirklich zugreifen sollte.

Der Rippenmolch hat nämlich eine ganz besondere Abwehrtaktik entwickelt, der er auch seinen Namen verdankt: Das Tier verfügt über spezielle Gelenke an den Verbindungspunkten zwischen Rippen und Wirbelsäule.

Sie ermöglichen es dem Molch, im Moment der Gefahr die Rippen aufzurichten, sodass ihre Spitzen wie Speere vom Körper abstehen. Wer ihn verschlingen möchte, erlebt beim Zubeißen eine äußerst schmerzhafte Überraschung.

Doch damit nicht genug: Zusätzlich zu diesem mechanischen Schutzwall verfügt der Rippenmolch über Giftdrüsen an Hautstellen, die besonders anfällig für Beißattacken sind. Dieses Hautgift gelangt über die Rippenspitzen in den Mund des Angreifers und vergällt ihm endgültig den Appetit.

Die Verletzungen, die der eigenen Haut durch die sie durchbohrenden Rippen zugefügt werden, nimmt der Molch angesichts einer solch effektiven Schutzwaffe gern in Kauf.   

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