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27.11.2014

14:27 Uhr

Die Crew von Apollo 15: David Scott, Alfred Worden, James Irwin (v. l.). Foto: Nasa

Die Crew von Apollo 15: David Scott, Alfred Worden, James Irwin (v. l.).

Foto: Nasa

David Randolph Scott gehört zu den profiliertesten Astronauten der US-Weltraumbehörde Nasa. Der heute 82-jährige Texaner war bereits eine Art Weltraumveteran, als er 1971 an Bord von Apollo 15 ins All startete: Es war sein dritter Weltraumflug, und diesmal sollte ihn sein Raumschiff auf die Oberfläche des Mondes befördern. Dass er ein ganz besonderes Gepäckstück mit sich führte, war der Öffentlichkeit zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt.

Einige Zeit vor dem Start hatte Scott bei einer Dinnerparty den belgischen Künstler Paul van Hoeydonck kennengelernt. Die beiden Männer fassten einen Plan, dessen Details sie heute unterschiedlich wiedergeben, der im Kern aber die Schaffung einer kleinen Statue vorsah, die Scott auf dem Mond zurücklassen sollte.

Scott wollte die Figur neben einer Plakette platzieren, die die Namen der „Fallen Astronauts“ auflistete – also jener Raumfahrer, die während ihres aktiven Dienstes ums Leben gekommen waren. Van Hoeydonck ging dagegen nach eigener Aussage davon aus, dass die Statue die gesamte Menschheit repräsentieren sollte. Sie sollte robust genug sein, um unter den extremen Konditionen auf dem Mond zu überdauern, kein erkennbares Geschlecht haben und keiner Nation oder Ethnie zuzuordnen sein.

Die Figur, die der Künstler nach diesen Vorgaben schuf, war gut acht Zentimeter groß und bestand aus Aluminium. Am 1. August 1971 platzierte Scott den „Fallen Astronaut“ in der Umgebung der Landezone von Apollo 15, einer Mondregion namens Hadley-Rille – wo die Statue bis heute ruht. Neben ihr sind auf einer Metallplatte die Namen von acht US-Astronauten und sechs sowjetischen Kosmonauten verzeichnet, die während ihres Dienstes ums Leben kamen.

Die Zeremonie auf dem Erdtrabanten blieb der Öffentlichkeit zunächst verborgen. Erst nach ihrer Rückkehr zur Erde machten Scott und seine Kollegen die Existenz des „Fallen Astronaut“ bekannt – und riefen damit die Verantwortlichen des „National Air and Space Museum“ in Washington auf den Plan. Ihrer Bitte um eine Nachbildung der Plastik wurde schließlich entsprochen – und so kann man heute den „Fallen Astronaut“ bewundern, auch ohne zum Mond fliegen zu müssen.

Der "Fallen Astronaut" auf dem Mond. Foto: Nasa

Der "Fallen Astronaut" auf dem Mond.

Foto: Nasa

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