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05.08.2013

14:41 Uhr

Schneller schlau

Wo steht die beliebteste Selbstmörder-Brücke für Hunde?

Bellos letzter Sprung - Schneller schlau entführt Sie in die Welt des Wissenswerten.

Dutzende Hunde haben sich von der Overtoun-Bridge in den Tod gestürzt. Wikipedia CC BY-SA 2.0/Lairich Rig

Dutzende Hunde haben sich von der Overtoun-Bridge in den Tod gestürzt.

Schlossgeister, die mitternächtlich mit Kettengeklirr und Geschrei arme Sterbliche heimsuchen, locken keinen Schotten hinter dem Whiskyglas hervor. In einem Land, in dem historische Bauwerke mit übernatürlichem Personal praktisch hinter jeder Kurve lauern, bedarf es schon eines wirklich ungewöhnlichen Phänomens, um einige Aufmerksamkeit zu erregen. Mit ihrem Ruf als „Selbstmörder-Brücke für Hunde“ ist der Overtoun Bridge nahe dem Städtchen Milton in Ostschottland genau dies gelungen.

Die Brücke bildet einen der Zufahrtswege zu dem im 19. Jahrhundert errichteten Herrensitz Overtoun House. Sie überquert in gut 15 Metern Höhe einen Wildbach und wirkt auf den ersten Blick ebenso malerisch wie harmlos. Für Hunde muss der Ort allerdings einen schrecklichen Ruf haben: Von keinem anderen Bauwerk der Welt sind so viele Vierbeiner in den Tod gestürzt. Wobei die meisten Tiere ihrem Leben durch einen beherzten Sprung in die Tiefe selbst ein Ende setzten.

Seit das Phänomen in den 1960er Jahren erstmals auffällig wurde, haben Dutzende Hunde den finalen Sprung von der Brücke gewagt. Wobei selbst ein unbeschadet überstandener Sturz die Tiere nicht von ihrer Todessehnsucht heilen konnte – etliche sprangen kurzerhand noch einmal in die Tiefe. Die Vorfälle ereigneten sich üblicherweise bei sonnigem Wetter, zudem waren meist Hunderassen mit bekannt guter Nase betroffen.

Neben etlichen obskuren Experten für Paranormales rief die ungewöhnliche Selbstmordserie auch Tierschützer auf den Plan. Und ihnen gelang es schließlich, das Rätsel der Overtoun Bridge zu lösen: Ein von der „Scottish Society for Prevention of Cruelty to Animals” angeheuerter Wissenschaftler entdeckte, dass der Bereich direkt unter der Brücke von zahlreichen Nerzen, Mäusen und Eichhörnchen bevölkert wird.

Vor allem das Drüsensekret der Nerze entwickelt an sonnigen Tagen einen starken Duft, der von den Hunden wahrgenommen wird. Und dieser Geruch, das zeigte sich bei Feldversuchen des Forschers in weniger gefährlichem Gelände, ist für Vierbeiner mit besonders guter Nase offenbar sehr attraktiv. So attraktiv, dass sie dafür sogar geradewegs in den Tod springen.

Von

tt

Kommentare (2)

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Leser

06.08.2013, 13:07 Uhr

Wenn das so weitergeht, lese ich demnächst die Bunte.

Frank62

07.08.2013, 06:44 Uhr

Also, ich finde den Beitrag ganz interessant.

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