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13.02.2015

15:06 Uhr

Dieser kaum sieben Zentimeter große Vertreter der Laubfrosch-Familie ist ein echter Überlebenskünstler. (Foto: Wikipedia; CC BY-SA 3.0)

Der Wasserreservoirfrosch

Dieser kaum sieben Zentimeter große Vertreter der Laubfrosch-Familie ist ein echter Überlebenskünstler. (Foto: Wikipedia; CC BY-SA 3.0)

Wer glaubt, Frösche seien nur in der Umgebung von Gewässern anzutreffen, kennt den australischen Wasserreservoirfrosch (Cyclorana platycephala) nicht. Dieser kaum sieben Zentimeter große Vertreter der Laubfrosch-Familie bevorzugt die Trockengebiete des fünften Kontinents als Lebensraum. Das hat den Vorteil, dass er dort nicht mit allzu großer Konkurrenz im täglichen Überlebenskampf rechnen muss.

Andererseits ist der Wasserreservoirfrosch darauf angewiesen, in den kurzen Regenphasen möglichst viel Wasser aufzunehmen. Denn ohne ein Mindestmaß an Feuchtigkeit kann auch er nicht überleben. Und so hat der Frosch im Lauf der Zeit jene Fähigkeit perfektioniert, der er auch seinen Namen verdankt: Er lässt sich innerhalb kürzester Zeit regelrecht volllaufen und speichert das aufgenommene Wasser buchstäblich im ganzen Körper.

Wenn dann sein Tümpel, der sich durch das Regenwasser zeitweise gebildet hat, wieder auszutrocknen droht, vergräbt sich der Frosch tief in der Erde und wartet auf bessere Zeiten – also auf den nächsten Regen. Üblicherweise reichen die vor allem im Unterhautgewebe und in der Blase gespeicherten Wasserreserven lange genug, damit das Tier bis zum nächsten Regenguss überlebt.

Mitunter wird der Wasserreservoirfrosch allerdings gezwungen, einen Teil seines kostbaren Schatzes herauszugeben. Die australischen Aborigines haben eine Technik entwickelt, um an das kostbare Nass zu kommen. Sie graben dazu den Frosch aus und drücken leicht auf seinen Körper. Dadurch wird das Tier veranlasst, Wasser auszuscheiden.

Wobei die Trinker streng darauf achten, dass sie dem Tier nicht den gesamten Vorrat rauben. Schließlich soll der Frosch trotz der unfreiwilligen Spende noch überleben können. Aus diesem Grund wird er auch wieder im Boden vergraben, wenn sein Wasser den Durst der Menschen gestillt hat.

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