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27.10.2014

06:40 Uhr

Schutz vor Ebola

New York lockert Quarantäne-Regeln

Nachdem drei US-Bundesstaaten strengere Ebola-Quarantäne-Regeln festgelegt hatten, gab es heftige Kritik - selbst die Regierung in Washington sprach sich für eine Lockerung aus. New Yorks Gouverneur Cuomo gibt nun nach.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo beugt sich der Kritik an seinen verschärften Ebola-Quarantäne-Regeln und lockert diese. dpa

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo beugt sich der Kritik an seinen verschärften Ebola-Quarantäne-Regeln und lockert diese.

New YorkNach dem ersten Ebola-Fall in New York hat Gouverneur Andrew Cuomo die befohlenen Schutzmaßnahmen für medizinisches Personal aus Westafrika etwas gelockert. Cuomo sagte am Sonntagabend (Ortszeit), während der 21 Tage langen Quarantäne könnten die Pflegekräfte zu Hause in Quarantäne bleiben und dort von Medizinern zweimal täglich beobachtet und versorgt werden. Der US-Staat komme für Lohnausfälle auf, sofern die Kosten nicht von einer freiwilligen Organisation übernommen würden.

Cuomo und der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, hatten die Maßnahmen als Konsequenz aus dem Ebola-Fall am Freitag befohlen. Cuomo hatte daraufhin gesagt, dass die Betroffenen in einer von der Regierung gesteuerten Einrichtung bleiben müssten.

Unterdessen wollen Deutschland und Frankreich zur Bekämpfung der Ebola-Seuche bei der Ausbildung von medizinischem Personal in Westafrika helfen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein französischer Amtskollege, Laurent Fabius, trafen in der Nacht zum Montag zu einem Kurzbesuch in der nigerianischen Hauptstadt Abuja ein.

Wie Steinmeier ankündigte, wollen die Ressortchefs dort unter anderem mit Nigerias Regierung über eine mögliche Gesundheitskooperation reden. Angedacht sei, dass Deutschland und Frankreich gemeinsam medizinisches Personal in Nigeria schulen, das dann auch in den von Ebola betroffenen Ländern der Region zum Einsatz kommen könnte. Weitere Einzelheiten nannte Steinmeier zunächst nicht.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Nigeria ist der bevölkerungsreichste und wirtschaftsstärkste Staat Afrikas. Auch dort hatte es Ebola-Fälle gegeben. In den vergangenen Wochen hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Nigeria 20 Infektionen mit dem gefährlichen Virus registriert. Acht Menschen starben. Vor einer Woche erklärte die WHO das Land jedoch für Ebola-frei, da über 42 Tage keine neue Infektion mehr aufgetreten war. Nigeria gilt allerdings weiter als gefährdet, solange das Ebola-Fieber in der Region wütet.

Die Epidemie breitet sich weiter in Westafrika aus. Die WHO hat inzwischen mehr als 10 000 Infektionen erfasst - und fast 5000 Ebola-Tote. Experten gehen darüber hinaus von einer hohen Dunkelziffer aus. Liberia ist am stärksten von der Seuche betroffen, gefolgt von Sierra Leone und Guinea.

Steinmeier und Fabius wollen in Abuja nun unter anderem Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit ausloten, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Steinmeier sagte, er hoffe, dass es hier zu konkreten Vereinbarungen komme.

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