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14.05.2018

11:24 Uhr

Schutz vor Skimming

Neue Technik erkennt manipulierte Geldautomaten

US-Forscher haben ein Gerät entwickelt, das Manipulationen an Geldautomaten rasch entdeckt. Die Polizei von New York ist nach ersten Tests sehr zufrieden.

Drei Jahre haben Patrick Traynor und zwei Studenten an ihrem „Skim Reaper“ gearbeitet. AP

Manipulierte Geldautomaten erkennen

Drei Jahre haben Patrick Traynor und zwei Studenten an ihrem „Skim Reaper“ gearbeitet.

GainesvillePatrick Traynor war gerade in New York, um den Behörden Tipps für einen besseren Schutz von Kreditkartenlesern zu geben. Plötzlich erhielt er selbst eine Warnung: Seine eigenen Bankdaten waren irgendwo in der Stadt abgegriffen worden.

„Ich habe 15 Jahre Erfahrung mit IT-Sicherheit. Wenn sogar ich mich nicht ausreichend schützen kann, wie sollten es dann andere können?“, sagt der Informatik-Professor von der University of Florida.

Das Problem sind sogenannte Skimmer. Kriminelle manipulieren damit Geldautomaten oder die Bezahlgeräte an Tankstellen. Drei Jahre haben Traynor und zwei Studenten an der Entwicklung einer Lösung gearbeitet. Das Ergebnis nennen sie „Skim Reaper“.

Das Gerät lässt sich wie eine Kreditkarte in ein Lesegerät einführen. Dabei zeigt es sofort an, ob eine Manipulation vorliegt. Die Technik ist so einfach, dass sie die weit verbreitete Betrugsmasche effektiv bekämpfen könnte.

Allein in den USA werden nach Angaben der Sicherheitsbehörden in Washington jedes Jahr mehr als eine Milliarde Dollar (840 Millionen Euro) mit Skimming erbeutet. Das gestohlene Geld diene oft der Finanzierung des organisierten Verbrechens, heißt es. Die Geschädigten seien in der Regel ganz normale Konsumenten.

Meist bauen die Kriminellen innerhalb oder außerhalb der Automaten ein zusätzliches Lesegerät ein. Bei jeder Nutzung des Automaten können sie dann die auf einer Kreditkarte gespeicherten Informationen kopieren. Der „Skim Reaper“ sei so konzipiert, dass er erkenne, wenn mehr als ein Lesegerät vorhanden sei, sagt Traynor.

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Bei der Polizei von New York sind vier Spezialkräfte in Vollzeit damit beschäftigt, Fälle von Skimming aufzuspüren. Gelegentlich werden sie zwar fündig. Doch wirklich eindämmen konnten sie das Problem bisher nicht. Denn oft nutzen die Täter einen bestimmten Automaten wohl nur für kurze Zeit. „Sie kommen vorbei, bringen ihr Gerät an und ziehen dann weiter“, sagt Christopher Flanagan, Mitglied einer Sondereinheit für Finanzstraftaten.

Nach einer besonderen Häufung von Fällen im Januar ließ sich die Polizei der US-Metropole im Februar fünf der Geräte von Traynor geben. Die Nachrichtenagentur AP konnte die Beamten bei ihren ersten Tests in der Stadt begleiten. Der eigentliche „Skim Reaper“ ist per Kabel mit einer Box mit einem Display verbunden. Auf diesem erscheint eine Meldung, wenn in einem Kartenschlitz mehr als ein Lesekopf erkannt wird. Nach Angaben von Flanagan wurde im Stadtteil Brooklyn auf diese Art bereits ein manipulierter Geldautomat gesichert.

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