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15.04.2014

14:07 Uhr

Schutzanzüge, Quarantäne und Tod

Ebola verunsichert Westafrika

Ebola hat es in Guinea und Liberia noch nie gegeben. Die Menschen leben seit Wochen in Angst vor der tödlichen Seuche. Die Helfer müssen behandeln und auch aufklären: Einige vertrauen lieber traditionellen Heilern.

Die Helfer in den Schutzanzügen transportieren ein Ebola-Opfer ab. Die Angst der Bevölkerung in Westafrika vor Ebola steigt aufgrund der Männer in den futuristischen Anzügen noch mehr. AFP

Die Helfer in den Schutzanzügen transportieren ein Ebola-Opfer ab. Die Angst der Bevölkerung in Westafrika vor Ebola steigt aufgrund der Männer in den futuristischen Anzügen noch mehr.

Conakry/Monrovia Auf viele Menschen in Westafrika muss die Ebola-Seuche wie ein real gewordener Horrorfilm wirken: Ärzte in futuristischen Schutzanzügen tauchen auf, Angehörige werden in improvisierten Isolierstationen unter Quarantäne gestellt. Die Regierung gibt Anweisung, keine wilden Tiere wie Fledermäuse und Affen mehr zu essen. Was ist das für eine Krankheit, die da um sich greift, die das Alltagsleben so grundlegend auf den Kopf stellt und immer mehr Mitbürger in kurzer Zeit dahinrafft? Die Menschen sind verunsichert – manche reagieren wütend und aggressiv.

So gingen Bürger in einem Dorf im Südosten Guineas kürzlich mit Steinen auf ein Behandlungszentrum der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen los. „Wir verstehen die Ängste der Bevölkerung vollkommen. Bisher gab es Ebola in Guinea nicht – und unsere Mitarbeiter in der Ganzkörper-Schutzkleidung zu sehen, muss schockierend sein für Menschen, die das nicht kennen“, erklärte die Landeskoordinatorin Corinne Benazech. „Wir müssen sicherstellen, dass die Bevölkerung die Krankheit versteht.“ Erst nachdem die Experten mit Behörden, Dorfältesten und Anführern der Jugendlichen Gespräche geführt hatten, konnten sie ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Bereits bei früheren Ebola-Epidemien etwa in Uganda und Gabun gab es ähnliche Proteste. In den beiden jetzt betroffenen Ländern – Guinea und Liberia – werden die Bürger nun in den Medien aufgerufen, sich die Hände zu waschen und physischen Kontakt mit anderen soweit wie möglich zu vermeiden. Telefon-Hotlines wurden eingerichtet, an die sich Menschen mit möglichen Symptomen wenden können.

Gleichzeitig sind die Zeitungen seit Wochen gespickt mit großformatigen, alarmierenden Überschriften, die von steigenden Opferzahlen berichten. In Guinea gibt es bereits über hundert Tote, in Liberia mehr als zehn. Neben den Meldungen prangen Fotos von Menschen in bizarren weißen Anzügen und Masken. All das trägt nicht gerade zur Beruhigung bei.

Ein Problem ist, dass die Gesundheitsexperten nicht nur Verdachtsfälle untersuchen und Erkrankte behandeln, sondern auch nach denjenigen fahnden, die mit Patienten in Kontakt waren. Nur so kann eine Ausbreitung – vor allem auch auf andere Länder – verhindert werden. Das jedoch wollen viele in Westafrika nicht einsehen. Es fehlt ihnen am nötigen Wissen, um Ansteckungsgefahr und Behandlungsmethoden einschätzen zu können.

Kommentare (1)

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15.04.2014, 14:25 Uhr

Natuerlich gibt es eine Therapie. Und zwar im Vorwege. Dieses Virus kommt aus dem Dreck. Einfache Sauberkeit, Seife , Chlorkalk.

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