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27.11.2013

12:41 Uhr

Seepferdchen

Tarnkappe für erfolgreiche Jagd

Quelle:dpa

Zwergseepferdchen sind laut Guinness Buch der Rekorde die langsamsten Fische der Welt. Bei der Jagd auf hochsensible und schnelle Beute kommt ihnen aber ihre Kopfform zugute.

Der hydrodynamische Kopf des Seepferdchens ermöglicht dem Tier, sich unbemerkt an seine Beute anzupirschen. Foto: Rainer Jensen/Archiv dpa

Der hydrodynamische Kopf des Seepferdchens ermöglicht dem Tier, sich unbemerkt an seine Beute anzupirschen.
Foto: Rainer Jensen/Archiv

LondonEine Art Tarnkappe hilft den extrem langsamen Seepferdchen bei der Jagd auf Plankton. Der Kopf der Meeresbewohner ist so geformt, dass das Wasser knapp oberhalb der Schnauze auch beim Heranpirschen ruhig bleibt und nicht verräterisch aufgewirbelt wird. Das berichten Forscher um Brad Gemmell von der Universität in Austin (US-Staat Texas) im britischen Journal "Nature Communications".

Die Wissenschaftler stellten die Bewegungen von Zwergseepferdchen (Hippocampus zosterae) am Computer dreidimensional dar. Außerdem analysierten sie die Strömungsmuster rund um ihre Schnauze. Dabei stellten die Forscher fest, dass sich das Wasser in einer Ruhezone oberhalb der stumpfen Schnauze praktisch nicht bewegt. Dadurch nähert sich das Seepferdchen der hochsensiblen und schnellen Beute unbemerkt, um sie dann mit einer schnalzenden Kopfbewegung einzusaugen.

Damit die Jagd erfolgreich ist, muss sich das Seepferdchen aber auch richtig anpirschen. Nur wenn die Beute, zum Beispiel kleine Ruderfußkrebse, genau in der Ruhezone positioniert ist, bleibt das Seepferdchen unbemerkt. Ist es erst einmal auf einen Millimeter an den Krebs herangekommen, ist fast jeder Angriff ein Erfolg.

Zwergseepferdchen leben in Seegraswiesen vor der Ostküste Amerikas. Durch die geringe Strömung in diesem Lebensraum ist die Tarnkappenschnauze besonders wichtig für den Jagderfolg. Die Tiere erreichen ein Größe von etwa 2 bis 2,5 Zentimeter und sind laut Guinness Buch der Rekorde die langsamsten Fische der Welt. Zwergseepferdchen gelten als gefährdete Art, da ihr Lebensraum immer kleiner wird und sie in großen Mengen für Aquarien und als Zutat in der Traditionellen Chinesischen Medizin gefangen werden.

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