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17.05.2013

14:33 Uhr

Selbstversuch für Hypochonder?

Das große Geschäft mit dem Gen-Orakel

VonSascha Karberg

Angelina Jolie ließ ihre Brustkrebs-Gene vom Arzt testen. Doch ein paar Firmen bieten per Internet Gen-Orakel für Jedermann an. Beginn eines goldenen Gentech-Zeitalters oder die Hölle für Hypochonder? Ein Selbstversuch.

Mit ihrem Unternehmen "23andme" bietet Anne Wojcicki Gentests ab 99 Dollar an. Reuters

Mit ihrem Unternehmen "23andme" bietet Anne Wojcicki Gentests ab 99 Dollar an.

BerlinIm Mittelalter wäre Anne Wojcicki wohl als Hexe verbrannt worden. Die Frau von Google-Gründer Sergey Brin ist geradezu verdächtig intelligent und sammelt Spucke von ihren Mitmenschen. Und sie behauptet, in die Zukunft sehen zu können. Gründe genug für den Scheiterhaufen.

Heute befinden wir uns im 21. Jahrhundert, aber brandaktuell ist die Debatte um das Vorhersage-Geschäft mehr denn je. Wojcickis Orakel arbeitet nicht mit Kaffeesatz oder Sternbildern, sondern mit Genen. Dazu braucht es nicht mehr als ein paar Klicks auf der Webseite von Wojcickis kalifornischer Firma „23andme“, 99 US-Dollar – und ein Reagenzgläschen voller Spucke. Auch ich habe gespuckt, testweise.

Die Reise in mein genetisches Ich beginnt reichlich unappetitlich: Vor mir liegt ein kleines Paket in Google-poppigem Design. Darin Werkzeug und Instruktionen, wie ich ein paar meiner Zellen sammeln kann für die Analyse meines Erbguts.

„23andme“ will, dass ich ein ganzes Plastikröhrchen mit Speichel fülle. Mit knochentrockenem Mund bestelle ich den FedEx-Service und schicke ein paar meiner Zellen samt DNA auf die Reise nach Kalifornien.

Ob Bleigießen, Sterne gucken oder Hände lesen – Technologien, die einen Blick in die Zukunft versprechen, lassen gemeinhin zu wünschen übrig. Dennoch sind Menschen seit jeher bereit, Sehern jeder Art viel Geld zu bezahlen. Laut Versicherungsfirma UnitedHealth könnte der Markt für Gentests, mit denen Krankheiten diagnostiziert oder gesunden Menschen anhand ihrer individuellen Genvarianten Krankheitsrisiken vorhergesagt werden, in zehn Jahren 25 Milliarden Dollar weltweit erreichen.

Bis vor kurzem war der Weg zu dieser Goldgrube noch verbaut, weil die dazu nötige Erbgut-Analyse eines einzigen Menschen Hunderte von Millionen Dollar kostete. Doch der Preis ist inzwischen so weit gefallen, dass eine Jedermann-Genetik möglich geworden ist: Consumer-Genetics ganz ohne ärztliche Beratung.

Kommentare (4)

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Batoris

17.05.2013, 16:48 Uhr

Sagen wir mal so : Regelmäßig Obst und Gemüse, wenig Fleisch, nicht Rauchen, auch, weil dem Menschen kein Schornstein auf dem Kopf gewachsen ist, wenig Alkohol und ein geregeltes Liebesleben sollten reichen, um langjährig gesund zu bleiben und den Herrn in Weiß, auch bekannt unter der vielfach irreführenden Bezeichnung "Arzt", zu meiden, zumal ich bei ihm immer mißtrauisch bin; denn er lebt von den Kranken, wird deshalb schon "etwas finden" und sei es möglicherweise via des neumodischen Gentests.

Gentests ? Bei mir unnötig. Meine Altvorderen wurden alle fast 100 Jahre alt. Das reicht mir auch allemal und warum soll ich deshalb wissen, dass lt. Gentest eine mögliche Lebenserwartung von 300 Jahren nicht unrealistisch ist.

Account gelöscht!

17.05.2013, 17:12 Uhr

Nun, ich gehe mal davon aus, dass Jolie etwas mehr als 99 USD ausgegeben hat bevor sie sich zu diesem Schritt entschlossen hat. Insofern ist Ihr Stückchen zwar nett zu lesen, aber sonst ziemlich pointless.

Account gelöscht!

17.05.2013, 17:13 Uhr

Ich gehe davon aus dass Frau Jolie etwas mehr als 99 USD für den Gentest ausgegeben hat, bevor sie sich zu diesem Schritt entschieden hat. Aber grundsätzlich ist es das Recht jedes einzelnen.

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